Jack Wolfskin setzt auf transparente Lieferkette

Outdoor-Spezialist stellt sich der Verantwortung für seine Geschäftspartner.

Logo: Jack Wolfskin

Die Diskussion über Arbeitsbedingungen bei Zulieferern und die Umwelt- und Gesundheitswirkung verwendeter Materialien verleitet immer mehr Unternehmen dazu, Transparenz in ihre Beschaffungswege zu bringen. Ein neues Kapitel macht nun der Outdoor-Spezialist Jack Wolfskin auf, der seine Lieferanten öffentlich gemacht hat. Der Schritt ist Teil des Plans „Wir gehen weiter“, mit dem das Unternehmen soziale Standards durchsetzen und die Verwendung von Schadstoffen langfristig ausschließen will.

„Ziel der Transparenzoffensive ist es, Schritt für Schritt die Produktionswege über alle Fertigungsstufen hinweg offen zu legen“, teilte das Unternehmen bei der Vorlage der Liste mit, auf der knapp 80 Lieferanten mit allen Details erwähnt werden. Der Löwenanteil davon ist im asiatischen Raum angesiedelt, die meisten davon in China und Vietnam. In dem Ziel, ausschließlich unbedenkliche Stoffe in der Produktion zu verwenden, sieht Jack Wolfskin einen wichtigen Schritt, um das Chemikalienmanagement über die gesamte Branche hinweg effizienter zu gestalten. "In erster Linie geht es nicht um eine Image-Kampagne, sondern darum, etwas in der Branche zu verändern", so ein Pressesprecher.

Mit dem Bericht liegt Jack Wolfskin voll im Trend, da Compliance und Nachhaltiges Wirtschaften durch die zunehmend global ausgerichtete Beschaffung immer mehr an Bedeutung gewinnen. Das Unternehmen befindet sich dabei in guter Gesellschaft: Apple beispielsweise veröffentlicht schon länger die Namen und Adressen seiner 200 wichtigsten Zulieferer. Aus gutem Grund: Der US-amerikanische High-Tech-Konzern muss sich seit Jahren mit scharfen Vorwürfen gegen seine Zulieferer auseinandersetzen.

„In der Gesetzgebung, vor allem in den USA und Europa, ist der Trend zu beobachten, dass Unternehmen für das Handeln ihrer Geschäftspartner stärker in die Verantwortung genommen werden“, erklärt der Rechtsexperte beim BME, Sebastian Schröder, die Bereitschaft zu mehr Kontrolle und Offenlegung. Den Bedarf begründet er auch mit möglichen Reputationsschäden, die sich aus der Zusammenarbeit mit Lieferanten ergeben können, die gegen Recht und Gesetz verstoßen oder nicht in Einklang mit Umwelt- und Sozialaspekten wirtschaften.

Da Compliance und Corporate Social Responsibilty (CSR) für die Beschaffungsfunktion an Bedeutung gewinnen, hat der BME mit dem Standard „Anforderungen an einen Compliance-/CSR-Prozess im Lieferantenmanagement“ eine Prozessbeschreibung vorgelegt, die das Lieferantenmanagement um diese beiden Dimensionen erweitert. Sie finden diese Leitlinien sowie weitere Standards zu Kinderarbeit, Korruption und Kartellrechtsverstößen auf den Webseiten der BME-Compliance-Initiative. Mit Stand Oktober 2013 sind dieser ca. 60 Unternehmen beigetreten.

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