Holz-Ausschreibungen: Eigenes Zertifikat nötig

Landgericht verfügt, dass Zertifikate von Lieferanten und Produkten nicht ausreichen.

Landgericht: Bieter müssen selbst FSC-/PEFC-zertifiziert sein. Foto: PEFC Deutschland

Unternehmen, die sich an öffentlichen Ausschreibungen der Bundesverwaltung sowie einiger Bundesländer zur Beschaffung von Holzprodukten beteiligen möchten, müssen zwingend selbst die Kriterien für ein anerkanntes Nachhaltigkeitszertifikat erfüllen. Laut Pressemitteilung des „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“ (PEFC) stellte das Landgericht Hamburg in einer einstweiligen Verfügung fest, dass es nicht ausreicht, wenn nur die Zulieferer des Bieters oder die beschafften Holzprodukte an sich zertifiziert sind. Geklagt hatte demnach ein zertifiziertes Unternehmen, welches bei einer öffentlichen Ausschreibung nicht berücksichtigt worden war. Den Zuschlag für die Lieferung von Holzfenstern für den Umbau einer Kaserne hatte ein anderer Anbieter erhalten, der selbst über keine eigene Zertifizierung verfügte.

Grundlage für den Prozess ist ein gemeinsamer Erlass mehrerer Bundesministerien aus dem Jahr 2011, wonach die Bieter bei öffentlichen Ausschreibungen zur Beschaffung von Holzprodukten nachweisen müssen, dass das verwendete Material aus legaler und nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt. Mit dem Erlass setzten sich die damaligen Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie (BMWi), für Mittelstand, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucher (BMELV), für Umwelt (BMU) und für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) für das Nachhaltigkeitsprinzip bei der Waldbewirtschaftung ein. Die Regelung bezieht sich auf Holzprodukte mit Frischholzanteil, also Rohholz sowie Halb- und Fertigwaren der Forstwirtschaft und des produzierenden Gewerbes, bei denen Holz allein oder als wesentlichste Werkstoffgruppe in Kombination mit anderen Werkstoffen (z.B. Kunststoffen) verwendet wird. Papier und Papierprodukte sind davon ausgenommen.

Der Nachweis kann laut dem Erlass durch Vorlage eines glaubwürdigen Zertifikats für nachhaltige Waldwirtschaft erfolgen. Akzeptiert werden die in Deutschland verbreiteten Zertifikate des „Forest Stewardship Council“ (FSC) und des PEFC. Holzprodukte mit einem anderen Zertifikat bzw. ohne Zertifikat können berücksichtigt werden, wenn seitens des Bieters bei Angebotsabgabe glaubhaft nachgewiesen wird, dass diese in Übereinstimmung mit den für das jeweilige Herkunftsland geltenden Standards produziert wurden. Die dazu notwendigen Prüfungen werden auf Kosten des Bieters durchgeführt.

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