CO2: Lieferkette muss in den Fokus rücken

BME und CDP veröffentlichen gemeinsamen Standard zur Emission von Treibhausgasen.

Emissionen von Treibhausgasen sind der Schlüssel zur Eindämmung des Klimawandels. Einen Beitrag dazu, die Freisetzungen zu verringern, müssen auch optimierte industrielle Prozesse leisten. Um eine effektive Klimaschutzstrategie aufzustellen, reicht es allerdings nicht, dass Unternehmen die eigenen Prozesse und Anlagen optimieren - auch die Lieferkette muss durch ein systematisches Lieferantenmanagement kontrolliert werden. Weil es bei Geschäftspartnern aber weitaus schwerer ist, zu bestimmten Zeitpunkten Informationen einzuholen, hat der BME gemeinsam mit dem Carbon Disclosure Project (CDP) eine Prozessbeschreibung entwickelt, die auf die Risiken aufmerksam machen und Lösungswege aufzeigen soll.

Während das Emissionshandelssystem bei der Stromerzeugung viel zu wenig Anreize setzt, weniger klimaschädliche Energieträger zu verfeuern, muss die Geschäftswelt verstärkt für Ihre Rolle bei der Eindämmung des Klimawandels sensibilisiert werden. Die Tendenz der vergangenen Jahre zeigt nämlich, dass keinerlei Fortschritte gemacht werden: Während das Klimaschutzziel der Bundesregierung bis 2020 eine Senkung um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 vorsieht, wurden bis 2012 nur knapp 24 Prozent erreicht. Dabei ist die Tendenz seit 2005 seitwärts gerichtet: Aktuelle Prognosen besagen, dass die Freisetzung in Deutschland im vergangenen Jahr annähernd so hoch war wie 2005 und gegenüber 2012 geringfügig gestiegen ist. Nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) erreichten die Treibhausgase in der Atmosphäre global gesehen sogar ihren Höchststand.

Die Anforderungen an einen Compliance/CSR-Prozess im Lieferantenmanagement für das Nachhaltigkeits-Risiko der Treibhausgasemissionen (BME-Standard BME_C 1600) stellen die derzeit anerkannten Standards, Prozesse und Methoden dar, um Unternehmen bei der Steuerung ihrer Strategie zur Senkung der Treibhausemissionen zu unterstützen. Zunächst werden die wesentlichen rechtlichen Grundlagen aufgezeigt, gefolgt von einer Risikoanalyse und -bewertung sowie einer Darstellung von Informationsquellen und Handlungsoptionen. Erläutert wird, wie das Risiko klassifiziert wird, welche Kriterien bei der Auswahl von Lieferanten heranzuziehen sind und welche Rückschlüsse die aktuelle Situation auf die Entwicklungsziele der jeweiligen Partner zulässt.

Der BME-Standard kann hier heruntergeladen werden:

» Treibhausgasemissionen (BME_C 1600, Stand: 01.09.2014)

Neben einer generellen Prozessbeschreibung für Compliance und Corporate-Social-Responsibility (CSR) sind ähnliche Standards bereits zu den Risikothemen „Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung“, „Korruption“, „Kinderarbeit“, „Kartellrechtsverstöße durch Lieferanten“ sowie „Außenwirtschaftliche Beschränkungen“ veröffentlicht worden. Sämtliche Dokumente stehen unter www.bme.de/compliance-lieferantenmanagement zum Download bereit.

Weitere Informationen zur BME-Compliance-Initiative:

» www.bme.de/compliance

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