Intermodalkongress: Kombiniert vernetzen

Mit dem Fachkongress vertiefen BME und VDV ihre langjährige Kooperation.

In Nürnberg ist am Dienstag der Startschuss für den ersten Intermodalkongress des BME und des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) gefallen. Unter dem Motto "Europa kombiniert vernetzen" luden beide Verbände dazu ein, sich näher mit dem kombinierten Verkehr zu beschäftigen, der in den letzten Jahren als Alternative zum reinen Straßentransport enorme Zuwachsraten verzeichnete.

Nach der Begrüßung durch Dr. Martin Henke, Geschäftsführer Eisenbahnverkehr im VDV, stellten Gunnar Gburek vom BME und Michael Cordes von der Fachzeitschrift "VerkehrsRundschau" den gut 150 anwesenden Gästen erste Details zu ihren frisch durchgeführten Umfragen vor. Cordes analysierte darin die Rolle des Kombiverkehrs in der Logistik, während Gburek die Chancen und Risiken des verkehrsträgerübergreifenden Transports ermittelte.

Schiene eine Alternative - Herausforderungen bleiben

"Für mehr als 85 Prozent der Befragten sollte es weiterhin das Ziel der Politik sein, Güterverkehre auf die Schiene zu verlagern", sagte Gburek, BME-Bereichsleiter Logistik bei seinem Vortrag im Plenum des Intermodalkongresses. Neben dem Vorteil der Umweltfreundlichkeit gaben die meisten Nutzer an, dass die Schiene eine preisgünstige Alternative zum Straßentransport sei.

Allerdings zeigen die Aussagen der Verlader auch, dass es noch einige Herausforderungen zu bewältigen gilt, um den Kombiverkehr für ein noch breiteres Publikum attraktiv zu machen. So ergab die Umfrage der VerkehrsRundschau, dass sich zwei Drittel aller Dienstleister und Verlader aktuell (noch) nicht mit dem kombinierten Verkehr beschäftigen. Für den überwiegenden Teil davon sei er nicht flexibel genug, zogen beide Experten ein Fazit aus ihren Befragungen. „Für knapp die Hälfte ist er zu langsam, für gut ein Drittel ist das nächste Terminal zu weit entfernt", so Gburek.

Schwerpunkt des Kongresses: Grenzüberschreitender Verkehr

Im weiteren Verlauf des ersten Veranstaltungstages werden Fachleute darüber berichten, was den Intermodalverkehr aus Sicht von Kunden, Eisenbahn- und Logistikunternehmen und den Standorten der Infrastruktur interessant macht.

Der Schwerpunkt am zweiten Tag liegt auf dem grenzüberschreitenden Verkehr innerhalb Europas sowie von und nach Asien, wo das Angebot an direkten Verbindungen stetig zunimmt. Mit gutem Grund: Die Europäische Union hat sich bis zum Jahr 2050 verkehrspolitisch das Ziel gesetzt, die Hälfte aller Transporte auf längeren innereuropäischen Strecken auf die Schiene zu verlagern. "Es liegt auf der Hand, dass der grenzübergreifende Intermodalverkehr in diesem Zusammenhang in den Fokus rückt", sagt BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Christoph Feldmann. Es sei im Interesse der BME-Mitgliedsunternehmen, noch bestehende Grenzen im innereuropäischen Schienengüterverkehr abzubauen.

 

Autor: Timo Hausdorf, BME

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