29.03.2017 //

16. Lieferantentag in Rostock mit all-time high

162 Aussteller sorgten auf der größten Messe für Industrie und Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern für eine Rekordbeteiligung.

Von rechts: Erhard Schulz, Geschäftsführer der Firma Resch Torsysteme und Service GmbH, erläutert dem Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommerns, Harry Glawe, an einem Modell ein patentiertes Aluminium Tor- und Türsystem. Von rechts: Erhard Schulz, Geschäftsführer der Firma Resch Torsysteme und Service GmbH, erläutert dem Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommerns, Harry Glawe, an einem Modell ein patentiertes Aluminium Tor- und Türsystem. Foto: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern

Der 16. Lieferantentag Mecklenburg-Vorpommern hat sich zur wichtigsten Kontaktbörse für industrielle Einkäufer, Logistiker, Supply Chain Manager und Lieferanten des neuen Bundeslandes entwickelt. „Wir konnten die Zahl der ausstellenden Unternehmen in den vergangenen Jahren kontinuierlich steigern. Nach 154 Ausstellern auf unserer Jubiläumsveranstaltung 2016 freuen wir uns jetzt mit aktuell 162 Firmen über ein all-time high“, sagte Peter Friedrichs, Leiter Lieferantentage und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der BME-Region Mecklenburg-Vorpommern, am Mittwoch in Rostock. Beleg für das anhaltende Interesse der Verarbeitenden Industrie an der Fachveranstaltung sei die angesichts des großen Andrangs um zwölf Prozent erweiterte Ausstellungsfläche. Den rund 900 Besuchern seien in diesem Jahr neben bekannten Produkten aus Maschinenbau, Stahlbau, Elektrotechnik und industrieller Dienstleistung auch Neuheiten wie unbemannte Flugsysteme, Reinraumtechnik, systemübergreifende Industrie-Roboter und 3D-Drucker vorgestellt worden.

„Mit dem BME-Lieferantentag in Mecklenburg-Vorpommern haben wir nicht nur eine Plattform zur Netzwerkknüpfung zwischen Einkauf und Vertrieb geschaffen. Es ist uns vielmehr gelungen, den hier ansässigen Betrieben eine höhere Akzeptanz und einen besseren Zugang zum globalen Markt zu ermöglichen“, betonte Friedrichs. „Wir haben uns darüber hinaus zur größten Messe für Industrie und Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt“, fügte er hinzu.

Die Organisatoren der Traditionsveranstaltung verfügten mittlerweile nicht nur über langjährige Geschäftskontakte zu nordostdeutschen Unternehmen, sondern streckten  ihre Fühler jetzt auch nach Skandinavien aus. Wie im Vorjahr stellt eine Delegation dänischer Aussteller 2017 ihr Leistungsangebot in der Hansestadt vor. Erstmals präsentieren sich vier schwedische Industrieunternehmen aus dem Großraum Malmö.

„Heute ist kein guter Tag für Europa“, sagte Friedrichs in Anspielung auf die britische Regierung, die am Mittwoch offiziell das Austrittsgesuch ihres Landes aus der EU in Brüssel übergeben hat. Dieser Schritt werde nach Friedrichs Meinung nicht dazu beitragen, die ohnehin schon volatilen Märkte zu beruhigen. In unsicheren Zeiten sei es deshalb umso wichtiger, zuverlässige Partner zu haben, wie sie „hier auf dem 16. Lieferantentag zu finden sind“, fügte Friedrichs hinzu. Mit Blick auf Industrie 4.0 bemerkte der Cheforganisator der Rostocker Traditionsveranstaltung, dass „das Internet der Dinge zwar Geschäftsabläufe optimieren, die persönlichen Kontakte zwischen Einkäufern und Lieferanten aber nicht ersetzen könne.

Zu Beginn des Lieferantentages zeichnete der Vorstand der BME-Region Mecklenburg-Vorpommern wieder verdiente Aussteller für ihre langjährige regelmäßige Teilnahme aus – darunter namhafte Maschinen- und Anlagenbauer, Spediteure sowie Dienstleistungsunternehmen.

„Das erfolgreiche Konzept aus den vergangenen Jahren hat sich bewährt; auch 2017 repräsentieren die Aussteller des Lieferantentags einen bunten Branchenmix“, sagte Dr. Silvius Grobosch, Mitglied des geschäftsführenden BME-Bundesvorstandes in Rostock. Dazu zählten unter anderem Werkzeug-, Anlagen und Metallbau, Industrietechnik, Automotive, Logistik und der Dienstleistungssektor. Der 16. Rostocker Lieferantentag unterstreiche erneut seine Stellung als wichtige Business-to-Business-Veranstaltung in Mecklenburg-Vorpommern und für die gesamte Ostsee-Region. Viele Firmen Nordostdeutschlands seien – ob als Global Player oder KMU – international aktiv. Das dürfe sie aber nicht dazu verleiten, ihre Hausaufgaben vor der eigenen Haustür zu vergessen. Denn, so Grobosch weiter, „Local Sourcing birgt nach wie vor Potenziale, die es zu heben gilt.“ Der Lieferantentag sei ein Beleg dafür, dass kurze Wege viele Vorteile bringen. Dazu zählen beispielsweise der enge persönliche Kontakt zu Produzenten und Lieferanten, schnelle Kommunikationswege und geringe Transportkosten.

Der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommerns, Harry Glawe, erinnerte in seinem Statement an die Anfänge des Lieferantentages, den er selbst bereits zum 4. Mal eröffnet hat. Beim Start des Veranstaltungsformates hätten sich 28 regionale Betriebe beteiligt, heute seien es 162. Die Organisatoren treiben laut Grawe „die Internationalisierung des Lieferantentages erfolgreich voran“. Ihnen sei es gelungen mit Dänemark und Schweden zwei skandinavische Länder in die Hanse-Stadt zu locken. Grawe äußerte sich auch zur wirtschaftlichen Entwicklung seines Bundeslandes. Wie bundeweit zu beobachten, sei der Aufschwung auch in Mecklenburg-Vorpommern robust. Die regionale Wirtschaft dürfte 2016 um rund zwei Prozent gewachsen sein. Für dieses Jahr sei mit einem Plus von 1,5 Prozent zu rechnen.

Am Rande der BME-Fachmesse veranstaltete das Enterprise Europe Network Mecklenburg-Vorpommern (EEN M-V) eine internationale Kooperationsbörse für interessierte Firmen und Forschungseinrichtungen aus der Region sowie aus dem europäischen Ausland. Schwerpunktland des diesjährigen Lieferantentages war Dänemark. An der Kooperationsbörse nahmen auch Unternehmen aus Schweden und Polen teil.

„Der Business Park Falster biete sowohl Einkäufern als auch Investoren beste Standortbedingungen“, sagte Steen Waever, Business Development Director der regionalen dänischen Wirtschaftsförderungsagentur Business Lolland-Falster. Das Areal sei nur 1,5 Autostunden von Hamburg beziehungsweise 2,5 Autostunden von Berlin entfernt. Er sei zudem ein ideales Eingangstor zu allen skandinavischen und nordeuropäischen Märkten. Der im Süden Dänemarks gelegene Business Park verfüge über eine ausgezeichnete Infrastruktur. So könne das nahe gelegene „Transport Centre Cargo Syd“ alle Güter-Lkw einschließlich verlängerter modularer Einheiten abfertigen. Darüber hinaus stünden den Unternehmen fünf lokale Servicehäfen zur Verfügung. Lolland-Falster ist laut Waever „über stündliche Intercity-Verbindungen mit der Landeshauptstadt Kopenhagen verbunden. Außerdem verkehren internationale Intercity-Verbindungen im Zweistundentakt nach und von Deutschland.

Am Mittwochnachmittag stellten sich Vertreter der Region Öresund auf einem Wirtschaftsforum den Fachbesuchern in Rostock vor. Sie nutzten den Lieferantentag, um erste Geschäftskontakte zu nordostdeutschen Betrieben aufzubauen. Die dänisch-schwedische Metropolregion mit den Städten Kopenhagen und Malmö bietet insbesondere Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern aufgrund ihrer geografischen Nähe zahlreiche, noch nicht ausgeschöpfte Geschäftsmöglichkeiten. Der Öresund ist die Meerenge zwischen Seeland (Dänemark) und Schonen (Schweden), die die Ostsee mit dem Kattegat verbindet. Das Ballungsgebiet verdankt seine Entstehung der Fertigstellung der Öresund-Verbindung mit der Öresund-Brücke und dem Drogden-Tunnel, die seit dem Jahr 2000 einen Teil des dänischen Seelands mit der schwedischen Provinz Schonen verbindet.

An der diesjährigen Veranstaltung nahmen wieder Vertreter anderer BME-Regionen teil, darunter aus Braunschweig, Hamburg und Schleswig-Holstein, Hanau/Main-Kinzig-Kreis/Unterfranken/Osthessen und Sachsen-Anhalt.

Save the Date: Nachdem der Lieferantentag neun Mal in der Rostocker Stadthalle durchgeführt wurde, findet er wegen umfangreicher Umbauarbeiten sowohl 2018 (Save the Date: 21. März) als auch 2019 in der „HanseMesse“ statt.

Mehr Infos: www.lieferantentag-mv.de
Ansprechpartner: Peter Friedrichs
E-Mail: region.mecklenburg-vorpommern(at)bme.de

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