Herausforderungen an der Laderampe

BMVI-Leitfaden zeigt den Weg zu kürzeren Wartezeiten und besseren Arbeitsbedingungen.

Lange Wartezeiten bei der Be- und Entladung gehören zum Alltag vieler Logistiker. Bei vielen Handelsunternehmen, aber auch bei Industrie- sowie Transportunternehmen bestünden an der Rampe erhebliche Herausforderungen, heißt es im neu vorgestellten Handbuch „Schnittstelle Laderampe“, mit dem das Bundesministerium Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) den Unternehmen aufzeigen will, dass mit vergleichsweise geringem Aufwand relativ viel erreicht werden kann. "Ziel sind kürzere Wartezeiten und bessere Arbeitsbedingungen für alle Beteiligten", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin Dorothee Bär bei der Vorstellung in Berlin. Das Handbuch, in dem auch zahlreiche Praxisbeispiele enthalten sind, ist das Ergebnis eines Arbeitskreises, an dem auch der BME beteiligt war. "Die Beispiele zeigen, dass sich viele Unternehmen dem Thema bereits erfolgreich angenommen haben. Insgesamt bleibt aber noch viel zu tun", so Gunnar Gburek, Leiter der BME-Sektion Logistik.

Größtes Hindernis: Informationsdefizite

Eine als Grundlage für das Handbuch durchgeführte Umfrage zeigte, dass lange Zeiträume zwischen der Ankunft des Fahrzeugs und dem Beginn der Be- oder Entladung kein Einzelfall sind. Insbesondere bei Handelsunternehmen gibt es laut dem Ministerium erhebliche Herausforderungen, die einer Lösung bedürfen. Als größtes Problemfeld ermittelte die Behörde die Informationsdefizite, die dazu führen, dass die Kapazitäten nicht vernünftig geplant werden können. In vielen Fällen bestehe keinerlei Information darüber, wann welche Fahrzeuge eintreffen und falls doch, würden Verspätungen häufig nicht angemeldet. Der Spediteur wiederum erhalte keine Hinweise, dass es wegen Überlastung an der Rampe zu Verzögerungen kommt.

Eine Lösung verspricht der Einsatz moderner Informationstechnologien wie etwa Zeitfenstermanagementsystemen oder Avisierungsverfahren, bei denen die Ankunft eines Fahrzeugs mittels Telematik verwaltet wird. In dem Leitfaden gibt das BMVI gleich einige Praxisbeispiele mit auf den Weg, wie solche Systeme vorbildlich in der Praxis eingesetzt werden: BMW etwa setzt seit Jahren auf ein System, in dem Spediteure ein angebotenes Zeitfenster bestätigen müssen. Bei der Brauerei Krombacher können sich Frachtführer online über die Situation an den Rampen informieren.

Rauher Umgangston ein weiteres Problem

Eine zweite große Herausforderung stellen die Arbeitsbedingungen dar, da gerade in kritischen Situationen häufig ein rauher Umgangston herrscht und Wartezeiten den Zeitdruck verschärfen. Das BMVI argumentiert, dass bessere Bedingungen einen unmittelbaren Beitrag zur Reduzierung der Probleme an der Rampe leisten – z.B. durch klare Verhaltensansweisungen, aber auch einen vereinfachten Zugang zu sanitären Einrichtungen oder Aufenthaltsräumen.

Als drittes Hindernis wurden Kapazitätsengpässe ermittelt, die durch verlängerte Öffnungszeiten, genügend Laderampen und Personal, verfügbare Parkplätze sowie eine angemessene Zahl an verfügbaren Flurförderfahrzeugen behoben werden können. Außerdem wurden fehlende vertragliche Regelungen zwischen dem beauftragten Spediteur und dem Empfänger sowie Defizite im Palettentauschverfahren als weitere Ursachen ermittelt.

Die Publikation „Schnittstelle Laderampe“ kann beim BMVI kostenfrei heruntergeladen werden:

» Schnittstelle Laderampe

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