Auch ohne Streikwelle: Güterverkehr zu Jahresbeginn rückläufig

Im ersten Quartal wurden 4,2 % weniger Güter auf der Schiene transportiert. Es war der stärkste Rückgang seit sechs Jahren.

Foto: Deutsche Bahn AG Auch ohne Streiks wurden im ersten Quartal deutlich weniger Güter transportiert. Foto: Deutsche Bahn AG

Auch ohne streikbedingte Auszeiten hat der Schienengüterverkehr in Deutschland zu Jahresauftakt deutlich nachgelassen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, wurden im ersten Quartal 88,1 Millionen Güter per Eisenbahn befördert, was einem Minus von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Von Januar bis März war es der höchste Rückgang seit 2009, als die von der Eurokrise ausgelöste Rezession das Aufkommen um mehr als 21 Prozent einbrechen ließ.

Festzumachen ist die Negativtendenz vor allem am Container- und dem Auslandsverkehr. So wurden mit 1,4 Millionen TEU (Twenty foot equivalent unit) 12,9 Prozent weniger 20-Fuß-Container befördert als im ersten Quartal 2014. Der Versand in das Ausland (- 4,9 Prozent) und der Empfang aus dem Ausland (- 13,2 Prozent) sackten jeweils deutlich stärker ab als der Binnenverkehr, der um 2,1 Prozent nachgab.

Chemie und Maschinen trotzen dem Trend

Weil es von Januar bis März zunächst keine weiteren durchgeführten Ausstände im Güterverkehr gab, sind die Rückgänge nicht mit den direkten Folgen von Aktionen der Lokführer-Gewerkschaft GDL zu begründen. Nach der vierten Welle im November war es erst im April wieder zu einem Streik gekommen. Einzelne Branchen betrachtet, fielen Erdöl und Erdgas sowie der Bergbau durch hohe Einbußen bei den Gütermengen auf. Zuwäche erzielen konnten lediglich die Bereiche Chemie und Mineralerzeugnisse sowie Maschinen, Ausrüstungen und langlebige Konsumgüter.

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