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Eurokrise dämpft deutsche Konjunktur

Die deutsche Wirtschaft wird durch die Eurokrise belastet. Daher wird die konjunkturelle Expansion vorerst schwach bleiben und erst im Verlauf des kommenden Jahr wieder leicht anziehen, heißt es im Herbstgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute. Sie prognostizieren eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 0,8 Prozent für 2012 und um 1,0 Prozent für das kommende Jahr. Die Lage am Arbeitsmarkt werde sich dabei vorerst noch verschlechtern, die Zahl der Arbeitslosen 2013 geringfügig auf 2,9 Millionen steigen. Das Budget des Staates werde sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr annähernd ausgeglichen sein. Kritisch sehen die Institute das Programm der EZB, Staatsanleihen von Krisenländern zu kaufen. Damit steige die Inflationsgefahr.

„Die deutsche Wirtschaft kann sich den rezessiven Tendenzen der Weltwirtschaft nur bedingt entziehen. Die Abwärtskorrekturen bei den Wachstumsprognosen für 2012 und 2013 sind durchaus nachvollziehbar. Ob wir in diesem Jahr noch ein Prozent Wachstum erreichen, wird entscheidend davon abhängen, wie das vierte Quartal verläuft“, kommentierte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber das Herbstgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute. Die deutsche Industrie sei zwar weiterhin stark auf den Weltmärkten aufgestellt und die deutschen Exporte zuletzt wieder gestiegen. „Die Verschuldungskrise im Euroraum strahlt aber mittlerweile stärker auf die Weltwirtschaft aus. Sie wird auch nicht ohne Folgen für die deutsche Exportwirtschaft bleiben“, erklärte Kerber weiter. Eine nachhaltige Lösung der Staatsschuldenkrise sei daher unerlässlich. „Nur wenn das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Eurozone zurückkehrt, können wir eine Belebung der Konjunktur erwarten. Dazu sind sowohl wachstumsfördernde Reformen als auch eine Konsolidierung der öffentlichen Haushalte notwendig“, so Kerber abschließend.
 




Verfasser: Frank Rösch, BME Frankfurt
Quelle: IfW, BDI