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Freistaat Bayern

Im Freistaat Bayern wurde 1998 der erste Pilotversuch zur Online-Beschaffung von Toner für Druck- und Kopiergeräte gestartet. Im Februar 2000 kam ein zweites Projekt im Bereich Papierbeschaffung für das Innen-, Finanz- und Landwirtschaftsministerium sowie für die Polizei und die Bayerische Staatskanzlei hinzu. Mit dieser VOL/A-konformen Internet-Lösung für einen EU-Teilnahmewettbewerb mit nachfolgender beschränkter Ausschreibung konnte durch die Bündelung der Einkaufsprozesse - im Vergleich zu früheren Beschaffungsprozessen - alleine bei den Einkaufskosten Einsparungen von 26 Prozent realisiert werden. Die Prozess- und Transaktionskosten wurden um rund 80 Prozent gesenkt. Für dieses Projekt wurde Bayern 2001 mit dem renommierten amerikanischen eGovernement-PIONEER AWARD ausgezeichnet.

Seit 2002 pilotiert der Freistaat Bayern erfolgreich eine E-Procurementlösung (ELBE), die auf die Bedürfnisse öffentlicher Vergabestellen angepasst wurde. Dieser Prozess orientiert sich an dem freihändigen Vergabeverfahren der VOL und der dynamischen Beschaffung (gem. EU-Richtlinie). Für dieses Anwendung erhielt Bayern den BMWi/BME-Preis 2006 „Innovation schafft Vorsprung“ und 2008 den „Austrian Supply Innovation Award“ des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik in Österreich (BMÖ) in der Kategorie Einkauf.

Mit Einführung eines zentralen Vergabe- und Beschaffungsmanagementsystems im Jahre 2009 soll der Einkauf künftig auf wenige zentrale Vergabestellen konzentriert werden. Das neue Verfahren soll insbesondere zur Umsetzung folgender Ziele dienen:

  • Optimierung der Arbeitsabläufe 
  • Erhöhung der Verfahrenssicherheit (Vermeidung von Verfahrensfehlern im relativ komplexen Vergaberecht) 
  • Bündelung von Aufträgen (bessere Marktmacht nutzen)
  • Überprüfung des Strukturaufbaus der Beschafferstellen 
  • Schaffung zentraler Vergabestellen in den Ressorts.

Der Freistaat Bayern ist in der Arbeitsgruppe REPROC durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vertreten.