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TOP-Kennzahlen im Einkauf 2011

Die Kennzahlen des BME sind Grundlage zur Messung der Effizienz der Prozesse und Organisation im Einkauf. Sie bieten Unternehmen Möglichkeit, sich mit über 170 Umfrageteilnehmern zu vergleichen und eigene Werte im Verhältnis zum Benchmarkergebnis darzustellen.

Die aktuellen Umfrageergebnisse belegen, dass sich die jüngste wirtschaftliche Erholung positiv auf die Einkaufskennzahlen ausgewirkt hat. Viele Parameter weisen sogar bessere Werte auf als im Jahr 2008!

Für die Interpretation der Kennzahlen ist enorm wichtig, dass diese nicht isoliert, sondern in Zusammenhang miteinander betrachtet werden. Nicht zuletzt fließen bei der Leistungsbewertung vom Einkauf die Faktoren mit ein, die außerhalb seines Wirkungskreises liegen, sei es externe Markteinflüsse, Absatz- oder Produktionsplanung. In all diesen Fällen kann der Einkauf höchstens reagieren, so dass Versorgungssicherheit oft auf Kosten von Beschaffungseffizienz gewährleistet wird.

Die Umfrageergebnisse sind in folgenden Auswertungen erhältlich:

  • Durchschnittswerte

Die aktuellen Umfrageergebnisse zeigen, dass in verschiedenen Branchen und Unternehmensgrößen teilweise erhebliche Unterschiede vorliegen. Deshalb wurden neben dem Durchschnitt aller Teilnehmer die Mittelwerte in jeweils fünf Branchengruppen und Umsatzklassen gebildet.

  • Best-in-Class-Werte

Stellen Profile real existierender Unternehmen dar, deren Einkaufskosten im Verhältnis zu Ihrem Einkaufsvolumen am niedrigsten sind. Der praktische Nutzen einer solchen Aufstellung besteht in der Möglichkeit, Rückschlüsse zu ziehen, was die Best-in-Class-Unternehmen zu solchen gemacht hat: Wie sind ihre Prozesse organisiert, was genau machen sie anders bzw. besser?

Signifikante Änderungen im Vergleich zur Umfrage 2010:

  • Die Kosten je Bestellvorgang sanken im Schnitt um zehn Prozent auf 108 Euro. Die Best-in-Class-Unternehmen liegen zwischen 35 und 50 Euro je Bestellung.
  • Die Einkaufskosten zum Einkaufsvolumen sanken ebenfalls um zehn Prozent auf 1,41 Prozent. Die Best-in-Class-Unternehmen liegen mit ca. 0,6 Prozent deutlich unter diesem Wert.
  • Die Abrufquote aus Rahmenverträgen und elektronischen Katalogen erhöhte sich deutlich von 35 auf 44 Prozent, wobei die Best-in-Class-Unternehmen 60 bis 80 Prozent erreichen konnten.
  • Bei 75 Prozent des Beschaffungsvolumens, welches in der Verantwortung vom Einkauf liegt, ist er bereits während der Bedarfsentstehung involviert. Dies bedeutet aber auch, dass bei einem Viertel des Volumens der Einkauf nur für Bestellauslösung und Vertragsabschluss verantwortlich ist.

Zu den in der BME-Umfrage insgesamt erhobenen 25 TOP-Kennzahlen zählen:

Einkaufsvolumen in Prozent vom Umsatz

Diese Kenngröße gibt einen Überblick über strukturelle Unterschiede einzelner Branchen hinsichtlich der eigenen Wertschöpfung. Sie steht auch in engem Zusammenhang mit der hierarchischen Einordnung des Einkaufs im jeweiligen Unternehmen.

Einkaufskosten in Prozent vom Einkaufsvolumen

Diese Kennzahl spiegelt sehr stark die Effizienz der Prozesse in der Beschaffung und die damit verbundenen Kosten wider. Diese sind bei den Klassenbesten bis zu 60 Prozent niedriger als die Durchschnittswerte. Nach wie vor ist diese die am meisten gefragte Kennzahl des BME. Diese Kennzahl ist aber nicht geeignet, um den Wertbeitrag des Einkaufs zum Unternehmenserfolg zu messen.

Kosten je Bestellvorgang

Dies ist eine weitere wichtige Kennzahl, insbesondere bei der Einführung von automatisierten Bestellprozessen. Trotz Implementierungsaufwands lagen diese Kosten bei führenden Unternehmen bei 30 bis 50 Euro pro Bestellvorgang.

Diese Kennzahl steht in einem engen Zusammenhang mit der Kennzahl 2 und findet sich in vielen Kennzahlensystemen der Unternehmen wieder. Dies ist mit Sicherheit eine sehr wichtige Kennzahl, wenn man sich mit der Einführung von automatisierten Bestellprozessen beschäftigt. Über mehrere Perioden betrachtet ist diese Kennzahl ein wichtiger Indikator zur Effizienzmessung von neu eingeführten Prozessen. Auch hier lässt sich kontinuierlich eine Prozesskostensenkung beobachten. (Der Wert reduzierte sich um ca. 10 Prozent im Vergleich zu den beiden Vorjahren).

Durch den Einkauf verantwortetes Einkaufsvolumen

Diese Kennzahl ist seit Beginn der Erhebung in 2007 sehr stabil und pendelt bei den Best-in-Class-Unternehmen zwischen 90 und 98 Prozent. Das bedeutet, dass der Einkauf immer häufiger in die Beschaffungsprozesse involviert wird, was sich entsprechend auf weitere Kennzahlen auswirkt.

Reklamationsquote und Liefertermintreue

Diese Kenngrößen sind unbedingt für die Zielvereinbarung der Einkäufer zu nutzen. Sie zeigen einen eindeutigen Bezug zu dem Ergebnisbeitrag des Einkaufs und dessen Fähigkeit, die Performance der Lieferanten zu erkennen und zu fördern. Die fünfprozentige Reklamationsquote (Spitzenwert in der Automobilbranche) bedeutet bei 100 Mio. Euro Einkaufsvolumen angenähert 5 Mio. Euro für eine Fehlleistung und angenähert 3 Mio. Euro beim Unternehmen verbleibende Kosten, für welche sich leicht entsprechendes Personal zur Lieferantenqualifizierung finanzieren lässt! Auch die Liefertermintreue weist mit rund 80 Prozent einen erschreckend schlechten Zustand auf, der sich meist mit einfachen Rechenmodellen kostenmäßig darstellen lässt und zu Lieferantenentwicklungsmaßnahmen führen sollte, die sich schnell amortisieren.

Kostenveränderung/-vermeidung

Eine Kostenveränderung von ca. +3 Prozent spiegelt die reale Situation in dem Rohstoffmarkt wider.

Diese Kennzahlen sind für ein Benchmarking grundsätzlich nicht geeignet, da sie in jedem Unternehmen unterschiedlich definiert und berechnet werden. Auch die Best-in-Class-Unternehmen haben in etwa diese Werte. Einen Standard zur Messung der Einkaufsleistung gibt es nicht. Daher können die erhobenen Werte nur sehr grob einen Trend darstellen. Von einem Benchmarkvergleich zu den eigenen Werten ist abzuraten.

Bei der Kennzahl 25 werden ebenfalls nur die Durchschnittswerte dargestellt, da viele Unternehmen diese Zahl nicht erheben. Im Durchschnitt beträgt das Verhandlungsergebnis im Vergleich zum besten vorliegenden Angebot 6,77 Prozent.

Die Umfrageergebnisse können gegen eine Schutzgebühr von 980,00 € für BME-Mitglieder bzw. für 1280,00 € für Nichtmitglieder zzgl. MwSt. bezogen werden. Der Aufpreis für die englische Version beträgt 390,00 € bzw. 490,00 € zzgl. MwSt.

BME e.V.
Bolongarostraße 82
65929 Frankfurt/Main

Weitere Infos:

Volkmar Klein, Bereichsleiter Benchmark-Services

Tel. 069/3 08 38-301, Fax 069/3 08 38-199

E-Mail: volkmar.klein@bme.de