Der BME widmet sich in der Fachgruppe „Personal im Einkauf“ aktuellen beschaffungsspezifischen Entwicklungen. Stellvertretend für die Fachgruppenteilnehmer berichtet Roland Höger, Abteilungsleiter Zentraleinkauf Produktionsmaterial, Balluff GmbH, über seine Erfahrungen.
Herr Höger, Sie sind Mitglied der BME-Fachgruppe „Personal im Einkauf“. Welche Inhalte stehen aktuell auf der Agenda?
Höger: In unserer Fachgruppe engagieren sich Teilnehmer aus verschiedenen Branchen. Wir diskutieren eine Vielzahl personalrelevanter Themen: Dazu zählen z.B. aktuelle Herausforderungen im Einkauf, Anforderungsprofile, Laufbahngestaltung, Aus- und Weiterbildung, Personalbeschaffung sowie Anreiz- und Vergütungssysteme in der Beschaffung. Zu diesen Themen wird unsere Fachgruppe einen Leitfaden ausarbeiten, der vom BME im Rahmen des BME-Managementforums „Einkauf 2015“ im Juni dieses Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
Erfolgsabhängige Vergütung nimmt im Einkauf verstärkt zu. Ein langfristiger Trend?
Höger: Der Trend wird sich noch weiter fortsetzen. Wir bei Balluff arbeiten schon seit vielen Jahren mit Zielvereinbarungen. Wichtige Messgrößen in diesem Kontext sind der Unternehmenserfolg und das Erreichen persönlicher Ziele. Immer wichtiger werden aber auch nichtmonetäre Anreize, z.B. Job-Rotation, Kinderbetreuungsplätze, gesundheitsfördernde Angebote und ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm.
Wie schätzen Sie aktuell die Marktlage ein – ist es schwierig, passende, auf Ihren Bedarf zugeschnittene Mitarbeiter im Einkauf zu finden?
Höger: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es nicht einfach ist, passende Einkäufer, die unseren Anforderungen entsprechen, „fertig“ auf dem Bewerbermarkt zu finden. Aus diesem Grund haben wir ein detailliertes, auf die Aufgabe zugeschnittenes Qualifizierungsprogramm eingeführt, das die zehn Hauptkompetenzen des strategischen Einkaufs behandelt und von der Erweiterung der Fachkenntnisse über Einkaufsrecht bis hin zum Qualitätsmanagement reicht. Ein guter Einkäufer benötigt bei uns knapp drei Jahre, bis er über das Einarbeitungs- und Qualifizierungsprogramm zum strategischen Einkäufer „reift“.
Stichwort „Karriere in Einkauf und Logistik“: Ihr Rat an den Nachwuchs in Hochschulen und Unternehmen?
Höger: Einkauf macht Spaß und ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Der Einkäufer als Schnittstellenmanager wird künftig noch mehr zur Wertschöpfung im Unternehmen beitragen können. Aber auch die Anforderungen steigen: Beschaffungsentscheider müssen, insbesondere in einem globalen Einkaufsnetzwerk wie bei Balluff, adäquate sprachliche und interkulturelle Fähigkeiten besitzen und über Kompetenzen verfügen, gemeinsam mit anderen Menschen Win-Win-Erfolge zu erzielen. Es lohnt sich für Berufseinsteiger, diese Herausforderung anzunehmen. Einkauf und Logistik sind Berufsfelder mit vielversprechenden Karriereperspektiven.
Welche Serviceleistungen des BME nutzen Sie bzw. die Balluff GmbH?
Höger: Wir sehen den BME als wichtige neutrale Plattform für ein Benchmarking unseres Einkaufs. Die Mitarbeiter unseres Unternehmens besuchen zielorientiert BME-Veranstaltungen, beteiligen sich mit Vorträgen und nutzen das umfassende Weiterbildungsprogramm wie z.B. die Weiterqualifizierung zum Diplomierten Einkaufsexperten (BME). Wir wissen: Die Qualität von Balluff wird auch maßgeblich durch die Qualität der Mitarbeiter bestimmt.
Das Interview führte Joachim Lorenz, BME e.V.