Zusammenarbeit zwischen Einkauf und Fachbereich der Swisscom (Schweiz) AG
Das Rollenverständnis des Einkäufers bei Swisscom (Schweiz) AG; strukturiertes Lieferantenmanagement als zentrale Voraussetzung für den Verhandlungserfolg
Die Rolle(n) und Herausforderungen des Einkaufs
Im dynamischen Umfeld der Telekommunikation hat sich auch die Rolle des Einkäufers sehr stark verändert. So ist der Einkauf nicht mehr nur für die Kostenoptimierungen und Einsparungen durch Preisverhandlungen zuständig, sondern nimmt eine viel umfassendere Verantwortung wahr.
Diese Rollenvielfalt reicht von Warengruppenverantwortlichen bis hin zu Leadbuyern, welche die Ansprechpersonen gegenüber Top Lieferanten, internen Bedarfsträgern und dem Management sind. Projekteinkäufer mit klassischen Einkaufsaufgaben und interne Key Account Manager, welche kompetente Ansprechpersonen zu Stakeholdern sind, runden diese Rollenvielfalt ab. Oder anders formuliert: Der Einkäufer ist auch ein Verkäufer. Daneben gibt es eine Vielzahl von Anforderungen, welche heute an den Einkauf gestellt werden und dessen Tätigkeit beeinflussen. Dazu gehört die Kenntnis des relevanten Beschaffungsmarktes, die Nutzung des Innovationspotentials der Lieferpartner für Swisscom sowie stetiger Kostendruck im Bereich der Investitionen aber auch der Betriebskosten. Weiter nehmen rechtliche Richtlinien oder die sozialen Verantwortung eines Unternehmens, die sich auch im Beschaffungsprozess widerspiegeln, grossen Einfluss auf die täglichen Anforderungen im Einkauf.
Einkauf und Fachbereich gemeinsam am Verhandlungstisch – ein Garant für den Verhandlungserfolg?
Was trennt Einkauf und Fachbereich und wo ist der gemeinsame Nenner? Alle kennen in einem Telekommunikationsunternehmen die technisch versierten Kollegen, die sich mit Bandbreiten, Mobilfunkstandards, Frequenzbändern, Detailspezifikationen und Lösungskonzepten täglich beschäftigen - daneben erscheinen Fragen zu wiederkehrenden Kosten, Lizenzmodellen und Zahlungszielen sowie Konventionalstrafen oder die Anwendung von Qualitätsvereinbarungen auf den ersten Blick wie aus einer anderen Welt. Aber in einem Unternehmen braucht es beide Welten und beide Rollen. Im Fokus des Einkaufs und des Fachbereichs steht der Lieferpartner; umso wichtiger ist es einheitlich aufzutreten und an einer gemeinsamen Sprachregelung zu arbeiten; also „One Voice“ und „One Message to the supplier“.
Das Lieferantenmanagement von Swisscom
Mehrere tausend Lieferpartner tragen täglich zu unserem Markterfolg bei wobei das Lieferantenmanagement oder SRM (Supplier Relationship Management) ein zentraler und wichtiger Bestandteil ist. Dies gilt ebenso für die Rollentrennung zwischen Einkauf und Fachbereich sowie für eine abgestimmte Kommunikation und das Auftreten nach aussen.
Mit einem umfassenden Lieferantenmanagement steigern wir die Gesamtperformance unserer Top-Lieferanten, erreichen die erforderliche Transparenz sowie Informationsfähigkeit und fokussieren unsere Ressourcen auf die wichtigsten Lieferanten. So generieren wir einen bemerkenswerten Mehrwert und sichern einen einheitlichen Auftritt und Kommunikation intern, aber auch extern, zum Lieferpartner.
Bei Swisscom sind die Hauptelemente des Lieferantenmanagements und derer Steuerung das Inphasing (Lieferantenauswahl), die Lieferantenbewertung, die Lieferantenentwicklung sowie konsequenterweise das Lieferanten-Outphasing (Lieferantenreduktion).
Übergeordnet verfolgen wir eine Warengruppenstrategie, mit welcher die Lieferantenentwicklung in den einzelnen Warengruppen vorangetrieben wird.
Die Verantwortlichkeiten in diesen einzelnen Schritten des Lieferantenmanagements ist zwischen Fachbereich und Einkauf geklärt und es ist sichergestellt wo die Prozessverantwortung oder die finale Entscheidkompetenz liegt.
Damit aber die erwähnte interne Schnittstelle mit dem Fachbereich geklärt und transparent ist, wurde bei Swisscom ein internes „Technical Supplier Management“ (TESUMA) initiiert. Dies verfolgt das Ziel die Zuständigkeiten, Rollen und Prozesse intern, im Umgang mit den Lieferanten zu schärfen und ein gemeinsames Verständnis von Transparenz herzustellen. Ergebnisse dieses Vorhabens sind beispielsweise verabschiedete Meetingstrukturen und Kadenzen von definierten Gremien für das Tagesgeschäft oder Management Boards mit entsprechenden Management-Vertretern und internen Sponsoren pro Lieferant.
Zusammenfassend und auf oben gestellte Frage zu antworten:
Ja, Einkauf und Fachbereich gemeinsam an einem Verhandlungstisch sind ein Garant für den Verhandlungserfolg. Erfolgreiches Einkaufen heisst gemeinsames Einkaufen. Darunter verstehen wir aber auch „One Voice & one Message to the Supplier“, welches wiederum klare Rollen und Aufgabentrennung bedingt. Das Einkaufen in einem Grossunternehmen wie Swisscom ist eine tägliche Herausforderung verbunden mit viel Freude.
Swisscom AG – Das Unternehmen
Mit rund 6 Millionen Mobilfunkkunden und 1,6 Millionen Breitband-Anschlüssen (Retail) ist Swisscom das führende Telekom-Unternehmen in der Schweiz. 20’032 Mitarbeitende (Vollzeitstellen) erarbeiteten in den ersten neun Monaten 2011 einen Umsatz von CHF 8,54 Milliarden.
Swisscom ist schweizweit präsent mit allen Dienstleistungen und Produkten für die mobile, die netzgebundene und die IP-basierte Sprach- und Datenkommunikation. Massive Investitionen in die Netzinfrastruktur stellen sicher, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Mit Swisscom TV wird die Entwicklung in Richtung Multimedia-Unternehmen auch für Kundinnen und Kunden immer mehr erlebbar. Mit dem italienischen Provider Fastweb ist Swisscom in einem der attraktivsten Breitbandmärkte Europas präsent. Zusätzlich aktiv ist Swisscom im IT-Infrastruktur-Outsourcing und im Management von Kommunikationsinfrastrukturen.
Verfasser:
Hannes Schrittesser
Head of Purchasing Network & IT
Mobile: +41 79 619 19 14
hannes.schrittesser@swisscom.com
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