Abschottung ist der falsche Weg

Protektionismus sorgt langfristig für deutliche Bremsspuren im Handel. Die Gefahren für offene Märkte waren Thema beim Weltwirtschaftstag des DIHK in Berlin.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer warnte in Berlin vor zunehmenden Hemmnissen im Welthandel. Foto: DIHK DIHK-Präsident Eric Schweitzer warnte in Berlin vor zunehmenden Hemmnissen im Welthandel. Foto: DIHK

Menschen und Unternehmen agieren immer globaler und dank der Vernetzung überwinden sie Zeitzonen und Grenzen. Gleichzeitig nehmen nationalistische Tendenzen wieder zu und Protektionismus gefährdet den freien Handel. Welche Gefahren daraus in Zeiten weltumspannender Wertschöpfungsketten drohen, diskutierten Geschäftsführer der Deutschen Außenhandelskammern und Repräsentanten der deutschen Wirtschaft auf dem Weltwirtschaftstag des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in Berlin. DIHK-Präsident Eric Schweitzer warnte vor zunehmenden Hemmnissen im Welthandel: „Die Frage ist, ob Freihandel noch Common Sense ist. Die Erfahrung zeigt,  dass Abschottung der falsche Weg ist.“

Einen herben Rückschlag droht es im transatlantischen Handel zu geben. Fast jedes dritte deutsche Unternehmen, das in den USA aktiv ist, befürchtet einen Rückgang seines US-Geschäfts, so eine aktuelle DIHK-Umfrage. „Man sollte nicht den Ast absägen, auf dem wir alle sitzen“, erklärte Bernhard Steinrücke, Weltsprecher der Deutschen Außenhandelskammern. „Ich bin gespannt, was passiert, wenn Trump die Grenzen dichtmachen sollte.“ Immerhin hätten deutsche Unternehmen in den USA mehr als 670.000 Arbeitsplätze geschaffen. Für die  Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries könnten die Ankündigungen von US-Präsident Trump für die EU ein Weckruf sein, wieder besser zusammenzuarbeiten. Europa solle nicht ängstlich auf die USA schauen, sondern sich auf eigene Stärken fokussieren und ein klares Signal für offene Märkte aussenden. Nach dem amerikanischen Ausstieg aus dem TPP-Abkommen müsse „die EU die Verhandlungen mit den ASEAN-Nationen voranbringen“, so Zypries in ihrer Keynote.

Vom DIHK-Weltwirtschaftstag berichtete Volker Haßmann.

Weiterempfehlen

Weitere Meldungen zu: