04.05.2017 //

DERA: Steigende Risiken im Rohstoffeinkauf

Die Preise für viele mineralische Rohstoffe und Zwischenprodukte sind nach wie vor sehr volatil, zeigt die aktuelle Rohstoffliste. Ein Grund sind steigende politische Unsicherheiten.

Abbau von Kohle in Australien. Foto: Glencore Abbau von Kohle in Australien. Foto: Glencore

Die Beschaffung von Rohstoffen bleibt kritisch. 40 Prozent der knapp 300 von der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) untersuchten Rohstoffe und Zwischenprodukte weisen hohe potenzielle Einkaufsrisiken auf. Darunter fallen unter anderem Hochtechnologiemetalle wie Seltene Erden, Germanium, Platinmetalle und Gallium oder auch Stahlveredler wie Niob, Vanadium und Wolfram. Insbesondere bei der Weiterverarbeitung der Rohstoffe ergibt die Untersuchung eine deutliche Zunahme der Angebotskonzentration, beispielsweise bei der Produktion von Aluminium oder Stahl. Nicht nur die Preise sind volatil, auch die Lieferrisiken steigen. „Für den Produktions- und Technologiestandort Deutschland bergen gerade die kleinen, stark konzentrierten Rohstoffmärkte erhöhte Risiken“, sagt Torsten Brandenburg von der DERA. Durch Wettbewerbsverzerrungen, Handelskonflikte, Spekulation, politische Maßnahmen oder Naturkatastrophen könnten potenzielle Beschaffungsrisiken schnell zu realen Preis- und Lieferproblemen werden, warnt er.

Als Gründe für die fragile Situation auf den Märkten nennt die DERA die dominierende Marktmacht einzelner Rohstoffländer sowie hohe politische Unsicherheiten. Bei Gallium, Indium und Magnesium kontrolliert China zum Teil deutlich über 70 Prozent des Marktes. In der Bergwerksförderung belegt das Land bei fast der Hälfte der untersuchten Rohstoffe den ersten Platz, bei Metallprodukten nimmt China bei 23 von 26 untersuchten Rohstoffen die führende Position ein. China will zudem weite Teile der höheren Wertschöpfung mineralischer Rohstoffe im eigenen Land aufbauen. Insbesondere bei der Weiterverarbeitung zahlreicher Metalle konnte das ostasiatische Land Marktanteile gewinnen. Weitere Angebotskonzentrationen sind die Produktion des Stahlveredlers Niob in Brasilien, die Förderung von Lithium in Australien und Chile oder der Export von Kobalterzen aus der DR Kongo.

DERA-Rohstoffliste 2016

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