17.02.2017 //

Die Zukunft der kognitiven Beschaffung

Neue Technologien ermöglichen die Analyse gesammelter Informationen. In Kombination mt unternehmerischer Expertise entstehen intelligente virtuelle Assistenten.

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Von Nicklas Brändström, CEO IBX Business Network & Vice President Capgemini’s Business Services

Seit jeher neigt man dazu, die Robotertechnik einer fernen Zukunft zuzuschreiben. Da die Technologie jedoch weiterhin exponentiell voranschreitet, zeichnet sich allmählich ab, dass die Science Fiction der Vergangenheit schneller als erwartet zur Technologie der Gegenwart werden könnte. Dank dieser rasenden Entwicklung bieten Robotik und Automatisierung heute neue Möglichkeiten und Chancen, die Prozesse in der Beschaffung zu verbessern. Die kognitive Beschaffung zeigt hier eine faszinierende Kombination aus Effizienzsteigerung und Kostensenkung auf.

Kognitive Beschaffung entsteht aus der Anwendung von kognitivem Computing bei Beschaffungslösungen. Um den Prozess durchzuführen, greifen Computer auf Data Mining, Mustererkennung und die Verarbeitung natürlicher Sprachen, also NLP (natural language processing) zurück, um menschliche Aktivität nachzuahmen. Dies versetzt Computer in die Lage, sich wiederholende Beschaffungsaufgaben zu automatisieren. Resultat ist, dass menschliche Arbeitskraft für anspruchsvollere und strategische Aufgaben genutzt werden kann, die bisher nicht alleine über die Automatisierung erledigt werden konnten.

Dieser Prozess beruht auf neuen Technologien, mit denen kognitive Funktionen die Umgebung wahrnehmen, gesammelte Informationen analysieren und auf bestimmte Weise verstehen, um anschließend gezielt agieren zu können. Kommen diese IT-Lösungen in Kombination mit unternehmerischer Expertise zum Einsatz, können sie eine Vielzahl wertvoller Optionen hervorbringen. Dazu gehören maschinelle Lernanwendungen, Fragenbeantwortung in natürlicher Sprache und intelligente virtuelle Assistenten.

Kognitive Beschaffung soll Angebote ausschreiben

Mit der fortschreitenden Entwicklung vollzieht der virtuelle Beschaffungsassistent den nächsten Schritt auf dem Transformationsweg. Diese Funktion dient als zentralisierter, digitaler Helpdesk, der Benachrichtigungen von Mitarbeitern erhält, die Unterstützung beim Einkauf brauchen, und effektiv über eine Chat-Schnittstelle antwortet. Der virtuelle Assistent bedient sich dabei natürlicher Sprache und interpretiert gleichzeitig unstrukturierten Text. Dadurch verbessert sich im Ergebnis die Fähigkeit, nichtstandardisierte Sprache zu interpretieren. Schlussendlich wird der virtuelle Assistent nahezu über dieselben Fähigkeiten verfügen wie sein menschlicher Kollege, mit dem Unterschied jedoch, dass er rund um die Uhr und an allen Wochentagen verfügbar ist.

Glücklicherweise existiert nicht jede kognitive Beschaffungslösung als bloße Zukunftsvision. Die wirksame Umsetzung der richtigen Technologien und Automatisierungsprozesse hat bereits signifikante Ergebnisse erzielt. Die Maersk Group nutzte Holger, einen virtuellen Roboter, um die Preise für 9.000 Artikel an 300 verschiedenen Ports zu ermitteln. Diese Tätigkeit, für die ein Mensch üblicherweise etwa viereinhalb Stunden braucht, erledigte Holger in nur 30 Minuten. Automatische Arbeiter können einfache, aber wiederkehrende Tätigkeiten deutlich schneller abwickeln als ihre menschlichen Kollegen, die dann mehr Zeit zur Verfügung haben, um sich anspruchsvolleren Tätigkeiten zu widmen.

Tatsächlich untersuchen Führungskräfte in der Beschaffung bereits zahlreiche Prozesse, in denen der Einsatz automatischer Systeme in naher Zukunft bevorstehen kann. In den kommenden fünf bis sieben Jahren wird die kognitive Beschaffung dabei helfen, Angebotsausschreibungen vorzubereiten und durchzuführen, entsprechende Anbieter zu finden, die Katalogpflege und den Genehmigungsprozess zu unterstützen, die Leistung der Lieferanten zu bewerten, Kostenmodelle zu entwickeln und die Kostenspanne der Branche darzustellen, Reports, Analysen und erweiterte Modelle zu erstellen und die Auftragsabwicklung, die Logistik, das Kommissionieren und das Verpacken zu verbessern. Durch die Identifizierung der Verbesserungspotenziale anhand der kognitiven Beschaffung können Organisationen unmittelbar damit beginnen, ihren Beschaffungsprozess zu optimieren.

Früher Einstieg in die Transformation Journey

Während die kognitive Beschaffung mehr und mehr an Fähigkeiten gewinnt und größere analytische Verantwortlichkeiten übernimmt, bestimmt die Agilität den künftigen Erfolg. Vier herausragende Technologietrends werden ihren Teil dazu beitragen, die Beschaffung in den kommenden Jahren zu transformieren: der fortgesetzte Trend in Richtung Cloud, das Internet der Dinge, Big Data und die kognitive Beschaffung. Jeder dieser Trends wird wesentliche Entwicklungen innerhalb der Beschaffung nach sich ziehen. Daher müssen Unternehmen sie fest im Blick haben, wenn sie ihre Beschaffungsstrategie für die Zukunft ausloten.

In einer Welt, in der immer mehr Technologien Einzug finden, die man zuvor nur aus der Welt der Science Fiction kannte, werden nur die Unternehmen erfolgreich sein, die sich frühzeitig auf die Transformation Journey begeben haben. Diese Unternehmen werden in punkto Beschaffung in Zukunft best in class sein.

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