31.10.2016 // Öffentliche Beschaffung

DLR-Institut: High-Tech-Einkauf gemeinsam mit Wissenschaftlern

Am Standort Lampoldshausen des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrt wird ein neuer Oberstufenprüfstand für die Ariane 6 Rakete gebaut. Institutsworkshops begleiten den komplexen Einkaufsprozess.

In Lampoldshausen testet das DLR-Institut Raketenprüfstände. Im Eingangsbereich werden Exponate der Luft- und Raumfahrt ausgestellt. Foto: Dirk Übele In Lampoldshausen testet das DLR-Institut Raketenprüfstände. Im Eingangsbereich werden Exponate der Luft- und Raumfahrt ausgestellt. Foto: Dirk Übele

Wenn am Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen ein Ingenieur konzentriert mit einem Joystick arbeitet, steuert er einen Roboter im All. Übertragen wird dabei auch die Krafteinwirkung auf den Joystick; der Ingenieur merkt also, wenn der Roboter auf einen Widerstand stößt. Noch ist dieses Szenario Zukunftsmusik, die ersten Tests sind gerade erst angelaufen. In absehbarer Zeit werden allerdings Roboter im All anspruchsvolle Montagearbeiten ferngesteuert über einen Joystick ausführen, der sich auf der Erde befindet. Als Einkäufer im DLR ist Christian Skrzypek an der Beschaffung dieses High-Tech-Instruments beteiligt. Der 38-Jährige hat vor eineinhalb Jahren die Warengruppe Flugzeuge und Flugzeugbedarfe an den DLR-Standorten Oberpfaffenhofen und Braunschweig übernommen. Außerdem beschafft er Teile für die mobile Raketenbasis und den Raumflug.

Das DLR-Institut ist eine High-Tech-Institution und die führende öffentliche Forschungseinrichtung in Europa für die Bereiche Luftfahrt, Raumfahrt, Verkehr, Energie und Sicherheit. Von den Schreibtischen der DLR-Einkäufer gehen daher Bestellungen raus für individuelle Projekte wie Raketenprüfstände für die Ariane-Triebwerke, Komponenten für das Galileo-Navigationssystem oder hochkomplexe Softwareprogramme. Aktuell wird am DLR-Standort Lampoldshausen der Prüfstand für die Oberstufe der zukünftigen europäischen Trägerrakete Ariane 6 gebaut. „Der neue Oberstufenprüfstand hat ein Projektvolumen von weit über 20 Millionen Euro“, sagt Claudia Biehler, Einkäuferin für ESA-Drittmittelprojekte, im Gespräch mit dem BME-Verbandsmagazin BIP-Best in Procurement.

Ausgeschrieben werden für den Oberstufenprüfstand beispielsweise die Hard- und Software, die für die Messungen auf dem Prüfstand notwendig sind oder flüssige Gase als Treibstoff für die Raketenantriebe. „Wir gehen in eine intensive Marktrecherche“, erklärt Biehler den Einkaufsprozess. Während der Ausschreibung läuft die Abstimmung mit den Wissenschaftlern im DLR weiter. „Es finden viele Gespräche statt, wir veranstalten Institutsworkshops“, sagt Peter Schiefen, Leiter des DLR-Einkaufs. Das war nicht immer so, seit 2004 ist der DLR-Einkauf in einem laufenden Modernisierungsprozess.

Der ausführliche Artikel „Mediatoren, Diplomaten, Alleskönner“ wird in der November-Ausgabe des BME-Fachmagazins BIP-Best in Procurement veröffentlicht. Erscheinungstermin ist 2. November 2016.

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