05.05.2017 //

Einkäuferreise nach Italien: jetzt kostenfrei anmelden

Vom 5. bis 8. September besuchen Einkäufer Turin, Bologna und Varese und treffen dort auf vorausgewählte Lieferanten. Südeuropäische Unternehmen sind deutlich wettbewerbsfähiger geworden.

Italien-Sourcingreise 2016: Einkäufer und Lieferanten in intensiven Gesprächen in Varese. Aus der Reise haben sich eine Reihe von Geschäftskontakten ergeben. Foto: BME

Der Handel zwischen Italien und Deutschland ist auf der Erfolgsspur. Deutsche Einkäufer sind seit einigen Jahren zunehmend interessiert an dem südeuropäischen Land. Diese Entwicklung ist auch an den Einfuhren aus Italien ablesbar. 2016 war Deutschland erneut der Hauptabsatzmarkt für italienische Waren sowie gleichzeitig auch das wichtigste Lieferland. Der bilaterale Handel kletterte auf ein Rekordhoch. Besonders gefragt sind Industrieerzeugnisse, die nach wie vor die größte Produktgruppe im Außenhandel darstellen. Um Lieferanten aus der Region Norditalien kennenzulernen führt der BME in Kooperation mit der Italienischen Kammer für Deutschland (ITKAM) und lokalen Kammern und Verbänden zwischen dem 5. und 8. September eine Delegationsreise nach Turin, Bologna und Varese durch. Bis zum 26. Mai können sich Einkäufer noch anmelden. Die Reise ist kostenfrei, auch die Reisekosten werden übernommen.

Infolge der langen Wirtschaftskrise, die 2009 ausbrach, hat sich die Außenhandelsstruktur Italiens deutlich geändert. Bereits während der Krise zogen die italienischen Ausfuhren an, ausgelöst durch die schwache Binnennachfrage. Die Nachfrage nach ausländischen Gütern sank deutlich. Während Italien im Jahr 2010 nach Angaben der GTAI noch ein Handelsbilanzdefizit von 30 Milliarden Euro verzeichnete, kehrte sich das Defizit 2016 in einen Rekordüberschuss von 51 Milliarden Euro um. Vorteilhaft haben sich auch die Lohnstückkosten und BIP-Wachstumsraten entwickelt.

Wettbewerbsfähige italienische Zulieferer

Seit 2014 ist die diesjährige Reise bereits die vierte vom BME organisierte Delegationsreise nach Südeuropa. Im Fokus stehen bei der Reise im Herbst metallverarbeitende Unternehmen aus den Branchen Maschinenbau und Automotive. Das Feedback von Seiten der italienischen Firmen sei nach den vergangenen Reisen durchweg positiv gewesen, so Enrico Argentiero, Direktor der Internationalisierungsagentur der Region von Varese, die bei dem Trip nach Norditalien im Jahr 2015 zu den Stationen zählte. Auch die deutschen Firmen berichteten von erfreulichen Ergebnissen. Immer mehr Unternehmen beobachten, dass sich südeuropäische Lieferanten infolge der Krisenjahre wettbewerbsfähiger ausrichten und an Zuverlässigkeit zulegen.

„Die Perspektiven für europäische Beschaffungsmärkte sind richtig gut. Schon heute handelt es sich um die wichtigste Sourcing-Region für deutsche Einkäufer“, sagt Olaf Holzgrefe, Leiter für International Development beim BME. Steigende Lohnkosten in günstigen Beschaffungsmärkten wie China und Indien machten es für den Einkauf wieder attraktiver, näher vor der Haustüre nach Lieferanten zu schauen.

Von den teilnehmenden Einkäufern wird bei der Delegationsreise im Herbst lediglich ein kurzer Vortrag im Rahmen eines Workshops erwartet, bei dem sie den anwesenden Zulieferern ihre Bedarfe, Erfahrungen und Erwartungen vorstellen. Der Workshop läuft unter dem Titel  „Italy meets German buyers“. Ronny Seifert von der Italienischen Handelskammer für Deutschland infomiert an jedem der drei Tage in einem Seminar intensiv über die Besonderheiten der lokalen Beschaffungsmärkte mit Blick auf die ansässigen Branchen in den Regionen Turin, Bologna und Varese. Im Anschluss finden vorterminierte B2B-Gespräche statt. Die Teilnehmer erhalten vorab eine Liste der potenziellen Zulieferer und können auswählen, welche Lieferanten sie sprechen möchten. 2016 nahmen mehr als 80 Lieferanten an den Gesprächen in Italien teil.

BME Sourcing Days Norditalien | 5.–8. September 2017

Dienstag, 5.9.: Anreise
Mittwoch, 6.9.,Turin
Donnerstag, 7.9.: Bologna
Freitag: 8.9.: Varese

Weitere Infos & Anmeldungen

Lisa Immensack
International Project Manager
Tel.: 069 / 30838-345
E-Mail: lisa.immensack@bme.de

                              Italien punktet mit Standortvorteil

2016 ist Albrecht Knobloch, strategischer Einkaufsleiter bei der Armaturenfabrik Franz Schneider aus Nordheim, mit dem BME vom 4. bis 7. Oktober nach Italien gereist und hat dort mit über 30 potenziellen Lieferanten gesprochen. „Es hat sich ausgezahlt“, sagt er im Gespräch mit dem BME. 

Welche Teile haben Sie gesucht?

Wir haben Lieferanten für Drehteile in Edelstahl, Messing und Stahl sowie für Schmiedeteile in Edelstahl und Stahl gesucht. Für unser neues Produkt, das Kugelventil Taurus, können wir manche Teile nicht auf unseren Maschinen fertigen. Daher habe ich mich nach italienischen Lieferanten umgeschaut, die kostengünstig sind und Drehteile in der gewünschten Größe liefern können.

Wie liefen die Gespräche mit den Lieferanten ab?

Zunächst einmal ist mir aufgefallen, dass die Reise und der gesamte Ablauf sehr professionell vorbereitet waren. Zuvor erhielt ich ca. 100 Lieferantenvorschläge, aus denen ich konkret Lieferanten für die Gespräche vor Ort auswählen konnte. Insgesamt habe ich mit über 30 Lieferanten in Modena, Turin und Varese gesprochen. Aufgrund der Vorauswahl ist die Reise für mich effektiver als eine Messe gewesen.

Wie haben Sie sich vorbereitet?

Die Anfragen hatte ich vorher vorbereitet und sie direkt in schriftlicher Form übergeben. Da wir Zeichnungsteile einkaufen, habe ich von jedem Lieferanten eine Geheimhaltungsvereinbarung vor Ort unterzeichnen lassen. Jedes Gespräch habe ich im Anschluss bewertet (interessant, weniger interessant, unentschieden). Positiv bewertet habe ich 17 Lieferanten, unentschieden war ich bei 11 Zulieferern.

Wie ist das Ergebnis?

Eine Firma hat sich bei dem Produkt Taurus als potenzieller neuer Zulieferer für größere Drehteile herauskristallisiert. Den ersten Auftrag für Musterteile haben wir platziert. Wir sind begeistert; der Preis passt auch. Im Vergleich zu den hiesigen Lieferanten schätzen wir den Preisvorteil bei einem TCO-Ansatz auf 10 bis 15 Prozent. Mit den weiteren Lieferanten werden wir in Kontakt bleiben. Bei den kleineren Drehteilen gab es gegenüber der Eigenfertigung und den bisherigen Lieferanten bislang keinen Kostenvorteil.

Was fällt Ihnen auf bei den italienischen Lieferanten?

Es sind oftmals kleine, familiäre Betriebe, die sich aber seit neuestem über Handelsvertreter und Organisationen zusammenschließen und auf ausländische Kunden zugehen. Das erleichtert den Zugang zu ihnen. Die räumliche Nähe und die gemeinsame Währung sind Pluspunkte. In der Kommunikation kann man Englisch nicht unbedingt voraussetzen, über jüngere Mitarbeiter klappt dann aber die Absprache.

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