21.03.2017 //

Gigaliner – das Transportfahrzeug der Zukunft?

Am 15. März 2017 waren Einkäufer der BME-Region Saar bei der Spedition Rein in Saarlouis zur Stippvisite.

Einkäufer der BME-Region Saar informierten sich im Rahmen einer Fachveranstaltung bei der Spedition Rein über die Potenziale des Gigaliners. Foto: BME-Region Saar Einkäufer der BME-Region Saar informierten sich im Rahmen einer Fachveranstaltung bei der Spedition Rein über die Potenziale des Gigaliners. Foto: BME-Region Saar

Mit 250 Mitarbeitern gehört die Firma nicht nur im Bereich Stahllogistik, sondern auch im Automotive-Bereich, in der Baumarktlogistik und in der Lebensmittellogistik zu den führenden Speditionen. Zudem ist Rein auf dem KEP-Sektor sowie im Schwertransport aktiv und bietet Lagerlogistik-Lösungen und einen eigenen Service-Center  zur Reparatur und Wartung der Fahrzeuge an.

Im Vorfeld der Veranstaltung der BME-Region Saar hatte die saarländische Landesregierung ihre Bereitschaft erklärt, den Lang-Lkw zuzulassen. Das dafür nutzbare Straßennetz wurde bereits an das BMVI gemeldet.

Somit sind Gigaliner zukünftig nun in ganz Deutschland – mit Ausnahme von Berlin – erlaubt. Wie Armin Rein, Geschäftsführender Gesellschafter der Rein-Spedition, erläuterte, böten Lang-Lkw sowohl für die Wirtschaft als auch die Umwelt Vorteile. Gemessen am Ladevolumen ersetzten zwei Gigaliner drei herkömmliche Lkw.  Daraus ergäbe sich eine Kraftstoffeinsparung von 30 Prozent und auch die CO2-Emissionen ließen sich signifikant reduzieren, woraus summa summarum wiederum Kosteneinsparungen in einer Größenordnung von 15 bis 20 Prozent resultierten.

Die häufig kolportierten Nachteile der teils als „Monstertruck“ genannten Lkw, wie z.B. eine größere Verkehrsunsicherheit durch einen verlängerten Bremsweg oder auch ein höherer Beitrag zur Fahrbahnbelastung, widerlegte Rein. Lang-Lkw seien zur Erhöhung der Sicherheit im Fahrbetrieb verpflichtend mit Assistenzsystemen wie Spurhaltewarner, Notbremsassistent, Abstandstempomat, ESP und EBS ausgerüstet. Dadurch, dass das Gesamtgewicht nicht höher als bei einem „normalen Lkw“ ausfalle, dieses aber auf mehr Achsen verteilt sei, ließen sich außerdem der Bremsweg und die Achslast reduzieren. „Je geringer die Achslast, desto geringer der Verschleiß der Infrastruktur“, so Rein.

Leider sei laut Rein das zulässige Gesamtgewicht zugleich einer der größten Nachteile der Gigaliner, da das „Mehr an Technik“ wiederum die Nutzlast reduziere. Damit würden schwere Produkte für den Transport in Lang-Lkw ausscheiden. Weitere Einschränkungen für den Einsatzzweck ergäben sich neben dem generellen Überholverbot auch aus dem Verbot für Gefahrguttransporte sowie durch den Tatbestand, dass die Lkw nicht vom zugelassenen Straßennetz abweichen dürften. „Für die Fahrer ist es dadurch beispielsweise unmöglich, Staus zu umfahren“, sagte Rein.

Dennoch sieht Rein mittelfristig deutschlandweit ein Potenzial von ca. 1.000 Lang-Lkw  – zum Beispiel auf dem Sektor der Kunststoffteilelieferung für die Automobilindustrie. Stichwort Zukunft: Für die kommenden zehn Jahre prognostiziert Rein signifikante Neuerungen. Bereits in naher Zukunft würden Lkw bis zu 200 Kilometer elektrisch zurücklegen können. Auch das autonome Fahren stünde vor der Tür. Die Technik sei vorhanden und weitgehend serienreif. Allerdings sei bei Unfällen die Frage der Haftung ungeklärt.

Lobende Worte fand Rein abschließend für das Saarland. Der gute Draht zur Politik, namentlich zum Wirtschaftsministerium, die kurzen Wege und die weitestgehend transparente Entscheidungsfindung machten das Saarland auch zukünftig für KMU sehr interessant.

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