Innovation schafft Vorsprung: 2009

Sieger im Wettbewerb "Innovation schafft Vorsprung" für öffentliche Auftraggeber waren 2009 das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) und der Kreis Offenbach. Beim „Tag der öffentlichen Auftraggeber“ am 26. Februar in Berlin haben die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dagmar Wöhrl, und Martina Jungclaus, Justiziarin und Leiterin der BME-Sektion Öffentliche Auftraggeber, den gemeinsam initiierten Preis verliehen.

Dagmar Wöhrl: "Gerade jetzt brauchen wir innovative Produkte und Verfahren bei der öffentlichen Beschaffung. Die Mittel aus den Konjunkturprogrammen sollen nicht in neue Anstriche investiert werden, sondern in Modernisierung, also in eine moderne öffentliche Infrastruktur."

Martina Jungclaus: "Innovation fängt in den Köpfen an. Wer Innovationen umsetzt, leistet gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten einen wesentlichen Beitrag zur Modernisierung der Verwaltung. Darin besteht die Chance, sich im Wettbewerb gut zu positionieren. BMWi und BME geben den öffentlichen Auftraggebern mit dem gemeinsamen Preis einen Anreiz zum Heben von Investitionen."

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)

Die Potenziale der Bieter zu heben und zu nutzen ist Ziel des DLR-Einkaufs. Dies wird insbesondere durch die Einführung eines Bonussystems erreicht. Dabei werden für die zu erstellende Anlage oder das zu beschaffende Gerät Leistungsdaten festgelegt, die es einzuhalten gilt. Werden die Leistungsdaten (Beispiel: Wirkungsgrad von Energie) nicht erreicht, dann ist der Bieter zu Nachbesserungen oder zu Rückzahlungen verpflichtet. Wird eine Leistungssteigerung erreicht, erhält der Auftragnehmer einen Bonus durch das DLR.

Das Bonus/Malus-System bei der Beschaffung von Maschinen, Anlagen sowie im Baubereich fördert das Innovationspotenzial der Auftragnehmer nicht nur, sondern fordert es auch. Das Innovationspotenzial ist nicht mehr nur auf die wirtschaftliche Erstellung der Anlage, der Maschine oder des Gebäudes begrenzt, es wird auf die Betriebskosten ausgedehnt. Ein möglicher Bonus bietet einen Anreiz für den Bieter; dessen Konstrukteure, Ingenieure und Entwickler werden so motiviert und einbezogen.

Preisträger: Landkreis Offenbach

Auf Basis einer zentralen Generalunternehmervergabe hat der Landkreis Offenbach die vollständige Versorgung und Bewirtschaftung aller 31 eigenständigen kommunalen Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Offenbach, inklusive der Jugendfeuerwehren mit Schutzkleidung sowie persönlicher Schutzausrüstung, umgesetzt. Die vertraglich festgelegten Gegenstände im Wert von 150.000 Euro pro Jahr (Laufzeit 5 Jahre) sind in einem öffentlich zugänglichen Shop zu beziehen oder über das Internet bzw. über ein Call-Center zu bestellen.

Kostenersparnis ergibt sich u.a. durch den Wegfall der jährlichen Ausschreibung jeder einzelnen Kommune, Einsparungen beim Lagerraum der Dienst- und Schutzkleidung, günstigere Preise bei größeren Mengenabnahmen beim zentralen Einkauf sowie durch überprüfbare, gesicherte Qualitätskriterien. Eine Vorratshaltung in den einzelnen Städten und Gemeinden ist nicht mehr nötig. Die Kommunen des Kreises Offenbach prüfen, ob sich das System der Kleiderkammer auch auf die Ordnungspolizei ausdehnen lässt.

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