Innovation schafft Vorsprung: 2012

Sieger im Wettbewerb "Innovation schafft Vorsprung" für öffentliche Auftraggeber war 2012 der Landkreis Leer. Der Preis wurde auf dem "Tag der öffentlichen Auftraggeber" vom Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und Beauftragtem der Bundesregierung für Mittelstand und Tourismus, Ernst Burgbacher, und Dr. Jürgen Marquard, Vorstandsvorsitzender des BME, verliehen.

Ernst Burgbacher: „Die Bedeutung des Beschaffungsvorgangs wird oftmals unterschätzt. Beschaffung wird nicht als strategischer Einkauf gesehen, sondern als Ausstattung mit einem notwendigen Produkt zu einem möglichst niedrigen Preis. Wir wünschen uns aber mehr Beschaffer, die strategisch und nachhaltig denken, um auch innovative, unkonventionelle Einkäufe zu tätigen. Wie das funktionieren kann, sehen Sie am diesjährigen Preisträger des BMWi/BME-Preises ‚Innovation schafft Vorsprung‘. Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Leer hat es auf eindrucksvolle Weise geschafft, Innovationen und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden.“

Dr. Jürgen Marquard: "Innovation fängt in den Köpfen an: Innovationen zu heben, stellt zunächst eine Herausforderung dar, ist auf lange Sicht aber eine große Chance und ein wesentlicher Beitrag zur Modernisierung der Verwaltung. Das Siegerkonzept des diesjährigen Wettbewerbs ‚Innovation schafft Vorsprung‘ zeigt zum Beispiel, wie ein neues, innovatives Beschaf-fungskonzept in relativ kurzer Zeit maßgeblich zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit und gleichermaßen zur Steigerung der Umweltverträglichkeit beitragen kann."

Preisträger: Landkreis Leer Abfallwirtschaftsbetrieb

Nachhaltigkeit in der Beschaffung ist auch für öffentliche Auftraggeber ein wichtiges Thema. Wie dabei vorbildhaft wirtschaftliche und ökologische Komponenten berücksichtigt werden können, zeigt das Beispiel des Abfallwirtschaftsbetriebes Leer. Bis 2010 verfolgte der Betrieb bei Altpapierausschreibungen die ‚klassischen‘ Ziele Wirtschaftlichkeit und Entsorgungssicherheit. Das Ausschreibungskonzept war darauf ausgelegt, einen möglichst hohen Preis für das Altpapier im Wettbewerb zu erzielen. Welchen Verwertungsweg das Papier dabei nahm, stand nicht im Focus. Das 2010 realisierte neue Konzept stellt dagegen sicher, dass die Umweltverträglichkeit der Altpapierverwertung ebenfalls gewährleistet wird und als gleichberechtigtes Ziel gilt. Das neue Konzept basiert auf dem Umweltschutzkriterium „Verminderung von Treibhaus-gasemissionen“, das einfach, transparent, für Dritte nachprüfbar ist und gleichzeitig ein relevantestes umweltpolitisches Ziel darstellt.

Ergebnis der Ausschreibung: In allen eingehenden wertbaren Angeboten wurde ein hohes Umweltschutzniveau angeboten. Die Gesamtemission CO2/Tonne Altpapier lagen jeweils unter der Hälfte des vorgegebenen Referenzwertes. Von Bietern erhielt das Angebot mit den niedrigsten CO2-Emissionen den Zuschlag. Dadurch wird die Umwelt entlastet und das mit der Ausschreibung angestrebte Ziel einer Altpapierverwertung unter Nachhaltigkeitsaspekten erreicht. Das Verfahren trägt somit zur Weiterentwicklung des ökologischen Standards in der Papierherstellung bei.

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