Innovation schafft Vorsprung: 2016

Die Siegerkonzepte im Wettbewerb Innovation schafft Vorsprung für öffentliche Auftraggeber kamen 2016 von der Stadt Karlsruhe, der Landeshauptstadt Dresden und der Spital STS AG aus dem schweizerischen Thun.

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Uwe Beckmeyer, und BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Christoph Feldmann überreichten den gemeinsam vergebenen Preis am 22. Februar 2016 auf dem „Tag der öffentlichen Auftraggeber“ in Berlin. Im Rahmen der Veranstaltung treffen sich jährlich Fach- und Führungskräfte aus Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen sowie öffentlich-rechtlichen Unternehmen zum Erfahrungs- und Informationsaustausch.

Beckmeyer wie auch Feldmann betonten die Vorbildfunktion solcher Projekte und die Bedeutung von Innovationen für die deutsche Industrienation. "Die Siegerkonzepte zeigen, wie innovative Beschaffung maßgeblich zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit beitragen und dabei eine Vorbildfunktion für Projekte in anderen Institutionen haben", so Feldmann.

Die Konzepte der Preisträger:

Die Stadt Karlsruhe schreibt auf Grundlage einer ökologisch orientierten Beschaffungsordnung die nachhaltige Ausführung von energetischen Dämmmaßnahmen an Gebäuden mit naturbelassenen Posidonia-Fasern aus. Das innovative Produkt überzeugt durch einfache Gewinnung, den vollständigen Erhalt der natürlichen Form und die einfache Verarbeitung. Die bauphysikalischen Leistungsdaten sind industriellen Dämmstoffen ebenbürtig und übertreffen diese in einigen Bereichen sogar deutlich. Konkret handelt es sich bei dem Dämmstoff um Faser- und Wurzelreste der Seegrasart „Posidonia Oceanica“. Sie formen sich aus den Blattrippen durch die Wellenbewegung in den Flachwasserbereichen von Sandstränden zu Bällen. Die Bälle bestehen aus Einzelfasern mit bis etwa fünf Zentimeter Länge, die im Gefüge dämmend wirken, bei Feuer selbst verlöschen und zudem schimmelresistent sind. Die Innovation besteht darin, einen natürlichen „Abfall“ durch einen einfachen Prozess als Baustoff nutzbar zu machen.

Die Landeshauptstadt Dresden (LHD) hat durch die Einführung eines elektronischen Vergabemanagers die Beschaffung effizienter und moderner gestaltet. Dabei wurde eine Zweiteilung der Digitalisierung im Beschaffungsprozess überwunden, da die elektronische Vergabe nicht nur für Vergaben oberhalb der EU-Schwellenwerte erfolgt, wie in der entsprechenden EU-Richtlinie vorgegeben. Sie gilt auch unterhalb der EU-Schwellenwerte. Konkret werden die Vergaben nach VOB ab 10 000 Euro und die Vergaben nach VOL ab 13 000 Euro elektronisch durchgeführt. Dabei wird der gesamte Beschaffungsprozess in allen Schritten – einschließlich der Kommunikation mit den Bietern, Berichts- und Statistikpflichten – elektronisch abgewickelt. Neben effizienteren und transparenteren Prozessen wurde mit der Einführung der elektronischen Vergabe die Voraussetzung für mehr Wettbewerb geschaffen. Darüber hinaus bietet das elektronische Verfahren Rechtssicherheit für die LHD bei der Beschaffung. Entscheidend ist aber vor allem die Workflow-Orientierung des gesamten Prozesses: Der Vergabeprozess wird optimal unterstützt.

Die Spital STS AG konnte durch ein innovatives Beschaffungskonzept beim Einkauf von erfolgskritischer Krankenhaustechnik signifikante Kosteneinsparungen realisieren und gleichzeitig die Verfügbarkeit der Leistungskapazitäten erhöhen. Ermöglicht wurde dies durch die Neugestaltung des Beschaffungsprozesses unter Einbeziehung eines Wettbewerblichen Dialogs sowie einer engen Zusammenarbeit mit dem Medizintechnikanbieter, die auf einem leistungsbasierten Vertrag beruht. Fazit: Neben Vorteilen einer Kostenreduktion um 14 Prozent je Aufbereitungsleistung stellt insbesondere die Schonung der Liquidität durch Wegfall notwendiger Investitionsmittel einen echten Mehrwert dar. Außerdem profitiert das Spital von einer Synchronisation der Ausgaben und Einnahmen, da kostenpflichtige Reinigungschargen im gleichen Ausmaß wie Behandlungsleistungen anfallen.

 

 

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