Logistik im Iran: Zähes Geschäft, aber mit Chancen

Viele Logistiker hoffen auf Geschäftschancen im Iran. Der Nachholbedarf ist immens, die Transporte ziehen an. Doch der Aufbau der Infrastruktur ist stockend.

Eine iranische Ölraffinerie: 2016 hat sich der Öl und Gassektor erholt. Foto: Anakoho/Fotolia

Viele Logistiker berichten von einem schwierigen Geschäft mit dem Iran. Da die USA einen starken Druck auf ausländische Banken ausüben, die mit dem Iran Geschäfte abwickeln, ist die Finanzierung  problematisch. „Alle Finanzdienstleister, die mit den USA Geschäfte machen, werden bestraft, sobald sie sich in den Iran wagen“, sagt ein Experte gegenüber BIP-Best in Procurement. Das können Strafzahlungen sein, wie bei der Commerzbank, oder Forderungen, Mitarbeiter zu entlassen, weil sie geschäftlich im Iran aktiv waren – obwohl sie nach deutschem und EU-Recht keinerlei Vergehen begangen haben.

Dennoch sind die Erwartungen mittelfristig groß. Germany Trade and Invest rechnet mit einem deutlichen Plus bei den deutschen Importen aus dem Iran für 2016/17. Wichtigster Stellhebel für eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft ist der Ausgang der Präsidentschaftswahlen im Mai. Wenn der gegenwärtige Präsident und Reformer Hassan Rouhani nicht wiedergewählt wird, könnte es zu einem konservativen Umschwung kommen.

Maximum von 500 LKW pro Tag

Wichtigstes Transportmittel in der Iranlogistik ist bislang der LKW. Logistikunternehmen wie Transco, Panalpina, Hellmann oder Kühne und Nagel bauen ihre Straßentransporte zwischen Deutschland und dem Iran aus. „Die Kapazität des Landes liegt bei bis zu 500 LKW täglich“, erklärt Behrooz Bernoon, Country Development Manager mit Schwerpunkt Iran bei Panalpina. Auf mehr Transporte seien die Grenzstationen bislang nicht ausgerichtet. So staute sich bei den Neujahrsfeiertagen im März der Verkehr auf 20 Kilometern an der Grenze. Auch Seefracht ist eine Option, die verstärkt genutzt wird. Allerdings mangelt es an direkten Verbindungen. Die Routen führen über Rotterdam, die Arabischen Emirate oder Zypern. An den Aufbau einer iranischen Bahninfrastruktur will sich China beteiligen, um chinesische Produkte über Mittelasien und den Mittleren Osten bis nach Europa zu transportieren.

Der vollständige Artikel ist in der Mai-Ausgabe von BIP–Best in Procurement veröffentlicht worden. Mitglieder erhalten das Magazin im Rahmen ihrer Mitgliedschaft.

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