19.05.2016 //

Mehr Fördergelder für die Elektromobilität

Neben einer Kaufprämie fließen öffentliche Gelder in den Ausbau des Ladenetzes und die öffentlichen Fuhrparks. Der BME begrüßt die Entscheidung.

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Um die hoch gesteckten Ziele für die Elektromobilität in Deutschland erreichen zu können, hat das Bundeskabinett am Mittwoch die Förderungspläne des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) abgesegnet. Eine Milliarde Euro fließt in den kommenden Jahren in ein Maßnahmenpaket, das aus einer Kaufprämie, Maßnahmen zur Ausweitung des Ladenetzes und eine Förderung im Fuhrpark des Bundes besteht. „Mit den heute im Kabinett beschlossen Maßnahmen, insbesondere der Kaufprämie, werden umweltfreundliche Elektrofahrzeuge immer mehr Einzug in unseren Alltag finden“, sagte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel bei der Vorstellung der Pläne in Berlin. Bislang gibt es auf dem Weg zu einer Million Elektrofahrzeugen im Jahr 2020 nur minimale Fortschritte, wie die aktuellen Zahlen des Kraftfahrtbundesamts zeigen: Anfang 2016 waren gerade einmal 25.000 reine Elektrofahrzeuge und 130.365 Hybrid-Pkw zugelassen.  

BME sieht positive Signale für Fuhrpark-Entscheider

600 Millionen Euro werden für Kaufprämie verwendet, die zur Hälfte vom Bundeswirtschaftsministerium getragen wird. Mit der anderen Hälfte, die von der Automobilindustrie bereitgestellt wird, erhöht sich die Gesamtfördersumme für den Fahrzeugkauf auf 1,2 Milliarden Euro. Die übrigen öffentlichen Gelder fließen in die Lade-Infrastruktur (300 Millionen Euro) und den öffentlichen Fuhrpark (100 Millionen Euro) – Entscheidungen, die der BME als Vertreter von Fuhrpark-Einkäufern und Betreiber des Kompetenzzentrums innovative Beschaffung (KOINNO) vollends unterstützt. „Unsere Diskussionen mit Fuhrparkexperten haben gezeigt, dass die Attraktivität der Elektromobilität noch immer unter großen Lücken im Netz der Ladestationen leidet“, sagt der Leiter der BME-Fachgruppe Fuhrpark, Carsten Knauer. Dass künftig jedes fünfte Fahrzeug im Fuhrpark des Bundes elektrisch fahren soll, ist für KOINNO-Projektleiter Matthias Berg nicht minder positiv. „Es bestätigt unsere Bemühungen, der öffentlichen Beschaffung mehr Freiraum bei der Entscheidung für die Elektromobilität zu geben.“

Wertschöpfungskette soll profitieren

Im Detail wird der Kauf von rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen künftig mit 4.000 Euro unterstützt und die Anschaffung von hybriden Antrieben mit 3.000 Euro. Von einem gestärkten deutschen Leitmarkt soll auch die deutsche Automobilindustrie profitieren: „Fortschritte bei der Elektromobilität sind entscheidend für die Zukunft des Automobilstandortes Deutschland“, sagte Gabriel in Berlin. Deshalb sei es richtig, mit neuen Anreizen zu einer schnelleren Verbreitung dieser innovativen Technologie beizutragen. „Die steigende Nachfrage wird wichtige und notwendige Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Elektromobilität auslösen“, so der Minister.

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