Risikoarmes und nachhaltiges Gestalten der Supply Chain

Auch für mittelständische Unternehmen besteht durch systematisches Supply Chain Scanning (SCSC) die Möglichkeit, Schadenspotenzale drastisch zu reduzieren.

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Mit Donald Trumps Zitat „Win-Win ist für Pussies" startete der ehemalige BME-Bundesvorstand Prof. Dr. Michael Zeuch am 02.03.2017 seinen Vortrag „Risikoarmes Gestalten von modernen Lieferketten – Nachhaltiges Management lohnt sich“ in der BME-Region Heilbronn-Hohenlohe. Er stellte damit in ironischer Form etablierte Werte im Geschäftsleben in Frage.

Der Dozent richtete in seinem Referat einen Appell an die anwesenden Beschaffungsentscheider. Nach den derzeit vielen negativen Berichten über das Missmanagement europäischer Großunternehmungen sollten die Einkäufer bei ihren Entscheidungen stets den gesunden Menschenverstand walten lassen.

Anhand einer Hochrechnung machte Zeuch den Zuhörern klar, dass bei Unternehmen branchenübergreifend derzeit durchschnittlich immer noch Nonkonformitäts-Kosten in Höhe von ca. 2 bis 4 Prozent der gesamten Wertschöpfung anzusetzen sind. „Dies bedeutet für ein Unternehmen bei einem Umsatz von 500 Millionen Euro einen Schaden zwischen 10 und 20 Millionen“, sagte Zeuch. Dieses Schadenspotenzial könne jedoch um mindestens die Hälfte reduziert werden.

Zeuch betonte: „Hierfür bedarf es jedoch von Seiten der Unternehmen einer gründlichen, systematischen Analyse, die sich an fünf strategischen Basisaspekten orientiert, die für alle Firmen und Branchen Gültigkeit besitzen“. Dazu zählten laut Zeuch Kosten, Qualität, Verfügbarkeit, Know-how und Nachhaltigkeit. Sollten jedoch ein oder gar mehrere dieser Aspekte nicht hinreichend beachtet werden, führe dies zu erheblichen monetären Schäden. Durch passgenaues Risikomanagement könnten diese Schäden aber ausgeschlossen oder zumindest reduziert werden.

Vor diesem Hintergrund stellte Zeuch dem interessierten Publikum eine Scanning-Methode vor, anhand der er die vorzunehmenden Maßnahmen systematisch beschrieb. Die Analyse endete mit einer Liste geeigneter Indikatoren (KPI´s), anhand der Managementerfolg dargestellt werden kann: Entweder über eine Entwicklung des Risikopotenzials in Euro oder als „Kehrwert“ in Form des Reifegrades des Supply Chain Managements. Je nach Detaillierungsgrad der Risiken ergibt sich ein mehr oder weniger komplexes Bündel von Kennzahlen. „Nachhaltiges und dadurch risikoarmes Management von Lieferketten wird mit dieser Vorgehensweise nicht nur für die einkaufende Seite zum Gewinn führen, sondern natürlich auch für die Lieferanten“, resümierte Zeuch.

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