Smarte Intralogistik: neue Systeme im Einsatz

Automatische Systeme bieten in der Intralogistik spannende Möglichkeiten. Schon nach wenigen Jahren rechnen sich Roboter, elektromagnetische Antriebe lohnen sich erst bei größeren Neubauten.

Vollautomatische Versorgung von Materialbereichen mittels flacher Logistikassistenten. Foto: SEW Eurodrive Vollautomatische Versorgung von Materialbereichen mittels flacher Logistikassistenten. Foto: SEW Eurodrive

Die Intralogistik ist in Bewegung geraten. In kurzen Abständen werden neue, digitale Lösungen präsentiert wie fahrerlose Transportsysteme oder halbautonome Fahrzeuge. Vom Prinzip her setzen die Systeme am Produkt an. Fahrerlose Transportsysteme können Paletten, Behälter oder Kartons befördern, Pickzellen automatisieren Konfektionierprozesse im Lager.

Seit Oktober 2016 sind bei Fiege Logistik in Ibbenbüren drei Kommissionier-Roboter im Einsatz. Sie picken online bestellte Schuhe. Entwickelt wurden die Apparaturen vom Münchner Robotik Start-up Magazino. Die Effizienz ist schon annähernd so hoch wie die der menschlichen Kollegen. Die Geschwindigkeit der Roboter liegt zwischen eineinhalb und zwei Metern pro Sekunde. Die Orientierung erfolgt über verschiedene Kameras und einen Laser. Fiege rechnet damit, dass sich die Investition nach drei Jahren amortisieren wird.

In anderen, größeren Dimensionen forscht das Unternehmen Benjamin Systems. Gegenstände sollen in einem Raum vollautomatisch befördert werden. Die Steuerung erfolgt mittels elektromagnetischer Felder und ohne Schienen. Eine Mechanik ist dafür nicht notwendig, als Fläche reicht ein ebener Fußboden. Die Magnetfelder entstehen durch Spulen, die in Kacheln eingearbeitet werden. Allerdings rechnet sich diese Investition erst bei einer Umschlagsfrequenz zwischen 4.000 und 6.000 Bewegungen pro Tag. Flughäfen und Automobilkonzerne haben Interesse an dieser Technologie, genannt Fluide Logistik, signalisiert. Anfang 2015 startete am Frankfurter Flughafen dazu ein Forschungsprojekt, dass vor 15 Monaten abgeschlossen wurde.

Weniger Arbeitskräfte notwendig

Treiber dieser Entwicklung ist nicht nur die höhere Effizienz durch automatisierte Systeme. Benötigte Arbeitskräfte stehen immer weniger zur Verfügung. Gesetzliche Vorgaben an die Ergonomie lassen die Handhabung schwerer Lasten nur noch eingeschränkt zu. In Lebensmittellagern ist die Technologie bereits so ausgereift, dass zwischen Wareneingang und Warenausgang niemand mehr das Produkt in die Hand nehmen muss. Der Roboter-Arm der Pickzelle des Intralogistikanbieters SSI Schäfer kann schwere Gegenstände genauso wie leichte bewegen und zielgenau positionieren. Auch das Thema Energie spielt seit einiger Zeit eine Rolle. Geforscht wird daran, inwieweit sich die Auslieferung danach ausrichten lässt, wann eine in den Lagern erzeugte erneuerbare Energie erhältlich ist.

Der vollständige Artikel „Wie von Geisterhand gesteuert“ erscheint in der März-Ausgabe von BIP-Best in Procurement am 8. März.

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