29.03.2019 //

18. Lieferantentag in Mecklenburg-Vorpommern endet mit Rekordbeteiligung

Einkäufer und Lieferanten aus dem Nordosten Deutschlands trafen sich am 27. März in der HanseMesse Rostock zu intensiven Matchmaking-Gesprächen. 202 teilnehmende Aussteller und mehr als 900 Fachbesucher sorgten für ein All-Time High.

Der Lieferantentag der BME-Region Mecklenburg-Vorpommern ist fester Bestandteil im Terminkalender vieler Unternehmen im Nordosten Deutschlands und darüber hinaus. Foto: Dietmar Lilienthal/BME e.V. Der Lieferantentag der BME-Region Mecklenburg-Vorpommern ist fester Bestandteil im Terminkalender vieler Unternehmen im Nordosten Deutschlands und darüber hinaus. Foto: Dietmar Lilienthal/BME e.V.

Das Interesse der regionalen Wirtschaft am Lieferantentag* der BME-Region Mecklenburg-Vorpommern ist ungebrochen. 202 Aussteller aus Industrie, Großhandel, Handwerk und Dienstleistung präsentierten am 27. März 2019 in der Rostocker HanseMesse einem breiten Fachpublikum ihre Produkte und Verfahren. 80 Prozent der Aussteller kommen aus Mecklenburg-Vorpommern, der Rest stammt aus fast allen anderen Bundesländern.

„Wir sind komplett ausgebucht. Es ist uns gelungen, die Ausstellungsflächen im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent zu erhöhen – und das trotz des Wechsels der Location von der Stadthalle in die HanseMesse. Das ist ein Rekord, der uns stolz macht“, sagte Peter Friedrichs, stellvertretender Vorsitzender der BME-Region Mecklenburg-Vorpommern und als langjähriger Leiter des Lieferantentages der Nestor dieses Events, in seiner Eröffnungsrede.

Die im Jahre 2002 erstmals organisierte Schau habe sich mittlerweile zur landesweit größten Fachmesse für Industrie und Handwerk entwickelt. Das sei, so Friedrichs weiter, nicht immer so gewesen. Beim Start vor fast 20 Jahren waren lediglich 27 Aussteller dabei. „Heute begrüßen wir 202 und damit so viele wie nie zuvor“. Mit über 900 Fachbesuchern habe der 18. Lieferantentag ein weiteres All-Time High markiert. Zum Vergleich: 2018 waren 750 Gäste gezählt worden.

„Mit unserem Veranstaltungsformat bieten wir den teilnehmenden Betrieben eine breite Plattform zum Knüpfen ihrer regionalen Netzwerke. Damit wird nicht nur der Wirtschaftsstandort nachhaltig gestärkt; Einkauf und Vertrieb erhalten auch einen besseren Zugang zum globalen Markt“, betonte Friedrichs. Dieser sei allerdings immer mehr durch „kriegerische Auseinandersetzungen, eskalierende Handelskriege, auseinanderbrechende Allianzen und Staatengemeinschaften sowie wachsende Völkerwanderungen“ geprägt. All das bringe viel Unruhe in den Geschäftsbetrieb; es erschwere den Firmen zudem „ihre Produkte und Dienstleistungen abzusetzen“. Deshalb sei gerade in unsicheren Zeiten vorausschauendes Risikomanagement im Einkauf unerlässlich. Die Unternehmen sollten nach Friedrichs Ansicht immer wieder prüfen, wie sicher ihre Verträge, wie belastbar ihre Lieferketten und wie vertrauenswürdig ihre Kooperationspartner sind.

Hanns-Christoph Saur, Abteilungsleiter im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommerns, erinnerte in seiner Begrüßungsrede daran, dass der Lieferantentag 2016 durch die Teilnahme dänischer Unternehmen erstmals international wurde. Damit hätten sich neue Perspektiven eröffnet. So besuche die Wirtschaftsfördergesellschaft „Business Lolland-Falster“ 2019 bereits zum vierten Mal den Rostocker Lieferantentag des BME. „Sie vertritt rund 300 dänische Unternehmen und ist mit einer Delegation hier vor Ort“, informierte Saur, der Wirtschaftsminister Harry Glawe als Schirmherr der Veranstaltung vertrat.

Der Erfolg fast jeder Unternehmung hänge auch von der optimalen Nutzung der Liefer- und Leistungsmöglichkeiten ihres Umfeldes ab. Der Lieferantentag biete eine exzellente  Möglichkeit, dieses Umfeld kennenzulernen. Die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist Saur zufolge „seit Jahren auf einem konstanten Wachstumskurs, der sich in der niedrigsten Arbeitslosenquote und der höchsten Beschäftigungsquote seit der Wiedervereinigung niederschlägt. Nicht nur im Tourismus haben wir die besten Zahlen seit 1990; auch in anderen Wirtschaftsbereichen bestehen hohe Wachstumspotenziale.“

Als Beispiel nannte Saur die mit der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise vor zehn Jahren begonnene Neuausrichtung der maritimen Industrie. Heute schickten sich die Werftbetriebe Mecklenburg-Vorpommerns an, mit dem Bau der größten und modernsten Kreuzfahrtschiffe in die erste Liga des internationalen Schiffbaus aufzurücken. Dies könnten bislang weltweit nur eine Handvoll spezialisierter Werftengruppen von sich sagen. Für die hiesige Werftindustrie und ihr regionales Umfeld sei das eine historisch einmalige Chance. Denn ein Kreuzfahrtschiff, das eher einem Hotel mit autarker Energieversorgung als einem Schiff ähnele, sei „ein Konjunkturprogramm für Ingenieure, Industriebetriebe, Handwerker, Händler und Dienstleister“. Hier hob Saur vor allem die Bedeutung des Handwerks hervor: Es sei ein unverzichtbarer Stabilitätsfaktor der hiesigen Wirtschaft sowie Träger von Wachstum und Beschäftigung, insbesondere in den ländlichen Regionen. Mit über 20.000 Unternehmen, in denen mehr als 100.000 Beschäftigte und 5.000 Auszubildende arbeiten, erwirtschafte das Handwerk einen Umsatz in Höhe von jährlich zehn Milliarden Euro.

„Der BME-Event wird längst als die wichtigste Kontaktbörse für Einkauf, Logistik und Supply Chain Management in Mecklenburg-Vorpommern wahrgenommen. Die Aussteller finden hier die passende Zielgruppe, schließlich sind viele Messebesucher auch Einkaufsentscheider mittelständischer Unternehmen“, sagte BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Silvius Grobosch. Die Fachbesucher schätzten am Lieferantentag das direkte Gespräch mit den Betrieben aus Ihrer Region. Grobosch: „So erfahren sie ohne große Umwege, welche Innovationen wie Produkte, Dienstleistungen, Services und Prozesse sich auch für ihr eigenes Unternehmen nutzen lassen.“

Er würdigte in diesem Zusammenhang die Arbeit von Peter Friedrichs, der nicht nur über 25 Jahre das Amt des Regionsvorsitzenden bekleidet hat, sondern als Chef des Organisationsteams ein Garant für die anhaltende Erfolgsgeschichte des Lieferantentages ist. Aufgrund dieser herausragenden Verdienste verlieh Grobosch gemeinsam mit dem Regionsvorstandsvorsitzenden Thomas Kidschun den Titel „Ehrenvorsitzender der BME-Region Mecklenburg-Vorpommern“ an Peter Friedrichs.

Der Lieferantentag habe sich nach Groboschs Einschätzung „zu einer echten Mittelstandsmesse entwickelt“. Mit Blick auf die Ostsee-Anrainerstaaten begrüßte der BME-Hauptgeschäftsführer die Überlegung, den Lieferantentag auch für ausländische Unternehmen stärker zu öffnen. Deshalb unterstütze er die Bemühungen der BME-Region Mecklenburg-Vorpommern, Geschäftskontakte zu den baltischen Staaten zu knüpfen; auch Skandinavien sei in diesem Zusammenhang für hiesige Betriebe ein interessanter Markt. An der diesjährigen Veranstaltung nehmen bereits dänische Fachbesucher teil. „Vielleicht ergeben sich daraus neue Synergieeffekte für künftige Lieferantentage“, blickte Grobosch voraus.

Am Rande des Lieferantentages zeichnete der Vorstand der BME-Region Mecklenburg-Vorpommern wieder verdiente Aussteller für ihre langjährige regelmäßige Teilnahme aus – darunter namhafte Maschinen- und Anlagenbauer, Spediteure sowie Dienstleistungsunternehmen.

Zentrales Motto des 18. Lieferantentages war „Die Welt im Wandel“. Unter den ausstellenden Unternehmen im Messezentrum in Rostock-Schmarl befanden sich auch in diesem Jahr Metallverarbeiter, Maschinen- und Anlagenbauer, Personaldienstleister sowie Betriebe aus den Bereichen Transport und Logistik, Automotive und Industrieelektronik.

Save the Date: Der 19. Lieferantentag der BME-Region Mecklenburg-Vorpommern findet am 25. März 2020 in der Rostocker HanseMesse statt.

*Vom 18. Lieferantentag in Rostock berichtete Frank Rösch, BME.

 

 

 

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