04.12.2019 //

2020 Durchbruch der „Wall of Worry“?

David Kohl, Chefvolkswirt der Bank Julius Bär Deutschland, gab im Mediengespräch in Frankfurt einen Ausblick auf die Finanzmärkte 2020.

Die Zentralbanken rund um den Globus lockern ihre Geldpolitik – so auch die EZB (im Bild) in Frankfurt. Foto: pixabay.com Die Zentralbanken rund um den Globus lockern ihre Geldpolitik – so auch die EZB (im Bild) in Frankfurt. Foto: pixabay.com

„Die Zentralbanken rund um den Globus lockern ihre Geldpolitik. Damit schaffen sie die Voraussetzung für eine Wachstumserholung in den nächsten zwölf Monaten“, betonte David Kohl, Chefvolkswirt der Bank Julius Bär Deutschland AG, vor Journalisten* in Frankfurt. Deshalb sei im nächsten Jahr mit einer besseren Stimmung an den Finanzmärkten und einem „Durchbrechen der Wall of Worry zu rechnen. 

Die geopolitischen Risiken belasteten insbesondere die Stimmung der Anleger, legten aber auch nahe, dass ein Großteil in Marktpreisen berücksichtigt werde. Kohl zeigte sich überzeugt, dass die geopolitische Risikowahrnehmung bereits ihren Höhepunkt überschritten habe. Allerdings bleibe die Rivalität zwischen den USA und China auch über den Jahreswechsel hinaus ein bedeutender Risikofaktor. 

Die aktuelle Konjunkturschwäche konzentriere sich auf die exportorientierte Industrie. Arbeitsmarkt und inländisch orientierte Wirtschaftsbereiche blieben robust. Und: Der geldpolitische Spielraum sei ausgereizt. Niedrige Zinsen rechtfertigten eine aktivere Fiskalpolitik – so Kohls abschließendes Fazit. 

Auf die wirtschaftliche Entwicklung Chinas ging Christian Gattiker-Ericsson, Head of Research & Investment Solutions der Bank Julius Bär & Co. AG, Zürich, in seinem Finanzmarktausblick ein. Die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde bewege sich „weg vom Exportmodell“. Ihr Auslandsanteil sei seit der Finanz- und Wirtschaftskrise rückläufig. Im Zentrum Chinas stehe der Ausbau des Technologiesektors. Beleg dafür sei, dass im Reich der Mitte sowohl die Ausgaben für Forschung und Entwicklung als auch die Zahl der Patentanmeldungen stark gestiegen seien. Gattiker-Ericsson: „China wird zum Technologiegiganten.“ 5G werde von der politischen Führung in Beijing „als Kernplattform der nächsten industriellen Revolution“ aufgebaut.

*Vom Mediengespräch der Bank Julius Bär Deutschland AG in Frankfurt berichtete Frank Rösch, BME-Konjunktur- und Rohstoffmonitoring.

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