03.07.2018 //

„Geopolitische Störfeuer belasten die Rohstoffmärkte“

IKB-Experte Dr. Heinz-Jürgen Büchner im BIP-Interview (Juli-Ausgabe): „Die Märkte zeichnen sich durch eine hohe Volatilität aus.“

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„Die Märkte zeichnen sich durch eine hohe Volatilität aus. 2018 wird als Rohstoffjahr in die Geschichte eingehen, in dem die Preisentwicklung durch zahlreiche geopolitische Störfeuer, insbesondere aus den USA, massiv belastet wurde“, sagt Dr. Heinz-Jürgen Büchner, Managing Director Industrials, Automotive & Services der IKB Deutsche Industriebank AG, im Interview des am 6. Juli erscheinenden BME-Einkäufermagazins „BIP – Best in Procurement“.

Der Commodity-Experte äußert sich auch zur Frage, ob sich Einkäufer auf langfristig steigende Rohstoffpreise einstellen müssen. Das hänge seiner Meinung nach davon ab, wie schnell die Förderung der am Markt knappen Rohstoffe erhöht werden könne. Bei Zink, Blei und Kupfer seien bereits einige Projekte in der Pipeline. Im Rohölsektor habe Saudi-Arabien angekündigt, seine Förderung auszuweiten. Der Iran habe seine Förderkapazitäten zuletzt massiv ausgeweitet und eine Produktion von täglich über 3,8 Millionen Barrel erzielt. Das OPEC-Förderniveau, das bei rd. 39 Millionen Barrel pro Tag liege, entspreche rund 40 Prozent der weltweiten Ölproduktion. Büchner: „Länder wie China und Indien werden sich um die US-amerikanischen Sanktionen wenig scheren und weiterhin iranisches Öl kaufen.“

Einkäufern riet er, auch in Zeiten stark schwankender Rohstoffmärkte die klassischen Preisabsicherungsinstrumente wie Hedging oder Natural Hedging nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn Einkäufer einen Kontrakt abschließen, sollten sie sich zumindest zum Tagespreis mit den benötigten Rohstoffen eindecken, empfiehlt Büchner. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen seien gut beraten, alle sich bietenden Preisabsicherungsinstrumente zu nutzen. Neben Hedging und Natural Hedging eigneten sich Preisgleitklauseln, langfristige Außenhandelsverträge sowie Preissicherungsmaßnahmen an Warenbörsen, um die Risiken managen zu können.

BIP ist das Fachmagazin für Manager in Einkauf und Logistik. Herausgeber ist der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. Das 68 Seiten starke Heft erscheint 6 x im Jahr mit einer Auflage von je 15.500 Exemplaren. BIP erreicht die 9.500 Mitglieder des BME und weitere 6.000 Entscheider in Einkauf und Logistik.

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