06.08.2014 //

Rohstoffe: Preisperspektiven bleiben gedämpft

Marktangebot trotz zahlreicher Risikofaktoren weiterhin reichlich

„Trotz geopolitischer Unsicherheiten, Wetterrisiken und gewisser Exportbeschränkungen dürfte das Angebot der meisten Rohstoffe weiterhin eher reichlich ausfallen. Die Weltkonjunktur scheint zwar noch auf dem Expansionspfad zu sein. Europa und diverse Schwellenländer bringen die zeitweilig an den Rohstoffmärkten erhoffte höhere Wachstumsdynamik aber nicht nachhaltig auf“, schreibt Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, in ihrem Editorial für den aktuellen BME-Preisspiegel Rohstoffe (3. Quartal). Danach gebe die Konjunkturentwicklung dem Rohstoffsektor somit wohl weiterhin keinen effektiven Auftrieb. US-Geldpolitik und Währungstendenzen dürften auch wenig förderlich sein. Gleichzeitig werde der Finanzbedarf der meisten rohstoffexportierenden Länder wohl eher noch steigen, so dass Mengenbeschränkungen kaum eine ernst zu nehmende Drohkulisse darstellen. Auch die zuletzt etwas lavierenden Finanzinvestoren könnten ihren nach dem offensiven Jahresauftakt eingeleiteten Rückzug fortsetzen, ist Traud überzeugt. So haben die Rohstoffindizes zuletzt auch wieder Federn gelassen. Sie seien in den Bereich der 200-Tage-Linien zurückgefallen, die seit 2011 quasi wie ein Brett liegen und dabei enorme Gravitationskräfte ausüben. Somit scheine erneut ein vermeintlicher Ausbruchversuch gescheitert zu sein. Solange die Erholungsansätze ereignis- bzw. spekulativ getrieben seien und die fundamentalen Verhältnisse sich nicht wirklich verbessern, bleiben die Preisperspektiven für die Mehrzahl der Produkte gedämpft. Dies dürfte schließlich auch für Primärmetalle gelten, die sich in jüngster Zeit aufgrund von Sondereinflüssen und wohl übertriebenen Hoffnungen mancher Marktteilnehmer auf eine rohstoffbelebende Wachstumserholung in China relativ robust zeigten.

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