26.11.2018 //

Agiler Einkauf 2018 im Zuge digitaler Transformation

BME, BMÖ, Hochschule Koblenz und Wirtschaftsuniversität Wien veröffentlichen die Ergebnisse einer gemeinsamen Umfrage zur „Beschaffung im Zuge der Digitalen Transformation“.

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Die digitale Transformation verändert die Erwartungshaltung an die Leistungen des Einkaufs. Das Procurement wird ein wichtiger Erfolgsfaktor für das industrielle Internet der Dinge. Dennoch nutzen noch zu wenige Unternehmen digitale Systeme für ihren Einkaufsprozess. Das sind die zentralen Ergebnisse der Umfrage „Agiler Einkauf 2018 – Beschaffung im Zuge der Digitalen Transformation“, die gemeinsam von BME, BMÖ, Hochschule Koblenz und Wirtschaftsuniversität Wien durchgeführt wurde.

„Agile Methoden gewinnen in den Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Nicht nur in der IT-Entwicklung spielen Methoden und Prinzipien aus den Bereichen ‚Scrum‘, ‚IT-Kanban‘ und ‚Design Thinking‘ eine immer gewichtigere Rolle“, betont Prof. Dr. Ayelt Komus von der Hochschule Koblenz. Vor dem Hintergrund von Herausforderungen und Chancen durch Digitalisierung und Globalisierung werde sich diese Entwicklung weiter verstärken. Gleichzeitig führten verschiedene Prinzipien wie rollierende Planung („Sprint Planning“), Auslieferung von Inkrementen („potentially deliverable products“) und selbstorganisierte Teams zu neuen Konstellationen, die sich nicht ohne Weiteres mit den tradierten Ansätzen des Einkaufs optimal berücksichtigen lassen („Festpreis-Problematik“, Werkvertrag). Komus: „Die Erhebung untersuchte, wie Einkaufsbereiche mit diesen Herausforderungen umgehen und wo Handlungsfelder, Chancen, Herausforderungen gesehen werden.“

„Die immer schneller werdende Digitalisierung verlangt von allen Gliedern der Lieferkette ein Umdenken, wenn es um die organisatorische und administrative Gestaltung dieses Transformationsprozesses geht. Denn analoge Konzepte und Lösungen allein reichen für den nachhaltigen Geschäftserfolg allein nicht mehr aus", sagt BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Silvius Grobosch.Hier sei einmal mehr der Einkauf gefordert. Wolle er weiterhin eine wichtige Rolle bei der Digitalisierung ganzer Liefer- und Wertschöpfungsketten spielen, müsse er jetzt die richtigen Weichen dafür stellen und die damit verbundenen Herausforderungen annehmen.“

Wie aus den Umfrage-Ergebnissen weiter hervorgeht, erwarten fast zwei Drittel der Teilnehmer, dass agile Methoden die Aufgaben und Erfolgsfaktoren des Einkaufs grundlegend verändern. Bereits neun Prozent der teilnehmenden Einkäufer nutzen heute schon agile Methoden und Techniken im Einkaufsprozess. Die große Mehrheit der Befragten sieht den Einkauf mit Blick auf die Herausforderungen und Chancen agiler Methoden nicht gut aufgestellt. Nur knapp ein Drittel der Umfrageteilnehmer bewerten die Zusammenarbeit mit dem Fachbereich bei agilen Projekten mit mindestens „gut“. Die Mehrzahl der Befragten sieht in der Akzeptanz der Veränderungen bei den Mitarbeitern die größte Herausforderung. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer will ihren Einkauf aufgrund des Wandels durch agile Methoden grundlegend neu aufzustellen.

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