Angora: Beispiel für Lieferantenverantwortung

PETA-Tierschützer decken Misshandlungen in Asien auf.

Angorawolle. Foto: Walker / <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">pixelio</a>

Die Diskussion über soziale Verantwortung für die Arbeitsmethoden bei Zulieferern hat mit Undercover-Ermittlungen der Tierschutzorganisation PETA einen erneuten Anreiz erhalten. Veröffentlichte Aufnahmen sollen demnach routinemäßige Misshandlungen an Angorakaninchen entlarvt haben, deren weiches Fell häufig in Pullovern und Accessoires Verwendung findet. „Unser Ermittler filmte Arbeiter, die den Tieren gewaltsam das Fell aus ihrer sensiblen Haut rissen, während die Angorakaninchen markerschütternd vor Schmerzen schrien“, beschreiben die Tierschützer auf ihrer Webseite eine in Asien vorgefundene Methode. Auch beim Scheren des Fells berichten sie von großen Qualen, die jene Tiere erleiden.

Für den BME-Rechtsexperten Sebastian Schröder sind die von den Tierschützern erhobenen Vorwürfe gegen die Angora-Produzenten ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig eine sachgerechte Lieferantenpflege für die Unternehmen ist. Es sei unausweichlich, dass Zulieferer durch einen sorgsamen Auswahlprozess gehen und regelmäßig auf den Prüfstand kommen. „Vor allem in den USA und Europa werden Kunden stärker für das Handeln ihrer Geschäftspartner in die Verantwortung genommen“, mahnt der Experte zu mehr Aufmerksamkeit. Neben materiellen Auswirkungen drohen Imageschäden, wenn Lieferanten nicht in Einklang mit Umwelt- und Sozialaspekten wirtschaften.

Einige Textilhersteller haben aus diesem Grund bereits schnell auf die Berichte reagiert. „Bis zur Aufklärung der Vorwürfe werden wir mit sofortiger Wirkung keine Aufträge für Waren mit Angora mehr platzieren“, teilte die Handelskette C&A mit. Ähnliche Aussagen gab es auch von anderen Branchenunternehmen wie etwa der schwedischen Handelskette Hennes & Mauritz (H&M). Für deutsche Textilhersteller allgemein hat der Gesamtverband textil+mode (t+m) derweil eine Lanze gebrochen und mitgeteilt, dass diese ihre Lieferanten und deren Situation persönlich kennen. Die Gewinnung von Angora aus Kaninchenhaaren geschehe hierzulande auf schonende Art und Weise, so der Branchenverband.

Um den Unternehmen aufzuzeigen, wie das Lieferantenmanagement um die Dimensionen der Nachhaltigkeit erweitert wird, hat der BME den Standard „Anforderungen an einen Compliance-/CSR-Prozess im Lieferantenmanagement“ erarbeitet. Sie finden diese Leitlinien sowie weitere Standards zu Kinderarbeit, Korruption, Kartellrechtsverstößen und der Prävention von Geldwäsche bzw. Terrorismusfinanzierung auf den Webseiten der BME-Compliance-Initiative. Mit Stand Oktober 2013 sind dieser ca. 60 Unternehmen beigetreten.

Weitere Informationen:

Sebastian Schröder
Rechtsanwalt, Leiter BME-Service Recht & Compliance
Telefon: +49 (0)69 30838-141
E-Mail: sebastian.schroeder@bme.de
 

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