Arbeitnehmerüberlassung in der Diskussion

BME-Telefonaktion beantwortete Fragen zur Leiharbeit in Deutschland und China

Foto: Thorben Wengert / <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">pixelio</a>

„In den Unternehmen wächst die Sorge, die Regelungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes falsch umzusetzen. Wir hatten mit Spannung das Urteil des Bundesarbeitsgerichtes erwartet, ob eine dauerhafte Arbeitnehmerüberlassung zu einem Arbeitsverhältnis mit dem Entleiher führt oder nicht“, sagte RA Sebastian Schröder, Leiter Recht & Compliance beim BME, am Dienstag in einer Telefonaktion des Einkäuferverbandes. Leider habe das Gericht diese Frage weiter offen gelassen.

Einen ganzen Vormittag lang konnten BME-Mitgliedsunternehmen Fragen zur Leiharbeit in Deutschland stellen. Dabei wurde deutlich, wie groß der Informationsbedarf rund um das Thema Arbeitnehmerüberlassung ist. „Projektarbeit, Fachkräftemangel und vor allem der Wunsch nach mehr Flexibilität führen dazu, dass immer mehr Unternehmen verstärkt Leiharbeit nachfragen. Häufig fehlt ihnen aber das Detailwissen, um mögliche Fallstricke zu umgehen“, betonte Schröder. Auch Leiharbeiter hätten Rechte, die der Entleiher kennen und einhalten müsse.

Im zweiten Teil der BME-Telefonaktion konnten die Anrufer auch Fragen zur Leiharbeit in China stellen. Dort gelten seit 1. Juli 2013 die zuvor vom Volkskongress verabschiedeten Ergänzungen zum Arbeitsvertragsgesetz. Sie betreffen unter anderem auch die Arbeitnehmerüberlassung, d.h. das Rechtsverhältnis zwischen dem (Leih-)Arbeitnehmer, dem „Verleiher“ (meist eine chinesische Personalleasingagentur) und dem „Entleiher“, darunter auch ausländisch-investierte Unternehmen. „Deutsche Investoren, die geschäftlich in China aktiv sind und Leiharbeiter beschäftigten, sollten sich mit den neuen Regelungen zeitnah vertraut machen. Es ist empfehlenswert, einen Plan B parat zu haben“, sagte RA Rainer Burkardt, Head of Practice/Executive Counsel der Kanzlei Burkardt & Partner, Shanghai. Ausländische Unternehmen sollten sich auf weitere Änderungen einstellen, da es noch keine Durchführungsbestimmungen gebe.

Mehr Infos: sebastian.schroeder@bme.de

 

Autor: Frank Rösch, BME
 

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