27.07.2018 // Strategien, Methoden & Tools

BME: „Big Data geht auch den Mittelstand etwas an“

BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Silvius Grobosch spricht im Interview mit dem privaten Fernsehsender rheinmaintv über die Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation.

Foto: rheinmaintv Foto: rheinmaintv

„Die digitale Transformation ist vor allem Sache der Unternehmen. Sie müssen diesen Prozess initiieren und erfolgreich meistern“, sagte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), im Interview mit dem privaten Fernsehsender rheinmaintv. „Wir können dafür unsere Plattform anbieten und das entsprechende Netzwerk bereitstellen, um den Meinungs- und Erfahrungsaustausch rund um Big Data sowie Industrie 4.0 anzuregen“, fügte Grobosch hinzu.

Wenn das eine oder andere Unternehmen „Big Data“ höre, verbinde es damit die Angst vor Hackerangriffen. Das sei verständlich. Dennoch sollten „wir alle vor allem die technologischen Chancen sehen und die möglichen Geschäftsrisiken vernünftig abwägen“.

Der BME beschäftige sich schon seit längerem mit der digitalen Transformation in Einkauf, Materialwirtschaft, Supply Chain Management und Logistik. So habe der Verband beispielsweise mit dem Fraunhofer Institut bereits im September 2016 den Think Tank „Einkauf 4.0“ gegründet. Dem hochkarätig besetzten Fachgremium gehören namhafte Konzernvertreter, Wissenschaftler und Verbandsexperten an, die sich regelmäßig zu Fachdiskussionen rund um die aktuellen Megatrends in Industrie 4.0 und Einkauf 4.0 treffen. Im Einzelnen geht es dabei um die zahlreichen neuen industriellen Herausforderungen wie beispielsweise Blockchain, Big Data, Artificial Intelligence und 3D-Druck sowie die damit verbundenen Auswirkungen und To Dos für Einkauf, Materialwirtschaft, SCM und Logistik.

Grobosch im Gespräch mit rheinmaintv: „Die deutschen Unternehmen stehen vor der Fragestellung, wie sich die von den neuen Technologien entlang der gesamten digitalen Lieferkette ausgehenden Geschäftspotenziale bestmöglich nutzen lassen. Unser Verband will und kann ihnen helfen, darauf die richtigen Antworten zu finden.“

Im Zuge der digitalen Transformation werde insbesondere Big Data immer mehr zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Unternehmen jeder Größe. Im Einkauf stehe die intelligente Analyse und Interpretation riesiger Datenmengen allerdings noch am Anfang. Zwar sei mehr als jeder zweite Einkaufs- und Supply-Chain-Manager davon überzeugt, dass Big Data bis 2025 zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für sein Unternehmen werde. Doch bisher hätten die meisten noch kein klares Ziel, wie sie diesen zum eigenen Vorteil nutzen können. Das habe die gemeinsam von BME und der Strategieberatung Oliver Wyman kürzlich durchgeführte Befragung von 75 europäischen Einkaufschefs klar ergeben.

Die Ergebnisse dieser Umfrage seien wichtig für den Verband und dessen Mitglieder. Der BME werde das Thema Big Data auf seinen Fachveranstaltungen immer wieder aufgreifen –  so beispielsweise auf dem 53. BME-Symposium Einkauf und Logistik Mitte November 2018 in Berlin sowie den 10. BME-eLÖSUNGSTAGEN, die am 12. und 13. März 2019 in Düsseldorf stattfinden.

„Bei Big Data denken viele, dass dieses Thema nur für große Unternehmen relevant ist. Das ist ein Trugschluss“, betonte der BME-Hauptgeschäftsführer. Es gehe auch den Mittelstand etwas an. Denn: KMU verfügten ebenfalls über sehr viele Daten. Dabei handele es sich nicht nur um Unternehmensinformationen, sondern auch um Daten entlang der Lieferkette. Die Firmen kaufen in der Regel 50 bis 80 Prozent ihres Umsatzes extern ein. Dadurch entstehe ein riesiges Datenvolumen – und das sowohl bei Global Playern als auch bei Mittelständlern. Konzerne können nach Groboschs Einschätzung aus eigener Kraft mit Big Data umgehen. „KMU empfehlen wir Kooperationen mit Dienstleistern. Hier bieten sich Start-ups große Möglichkeiten, mittelständischen Betrieben zu helfen, in die Welt der Digitalisierung einzusteigen“, so Grobosch abschließend.

 

 

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