BME-Logistik-Umfrage: Baustelle Supply Chain Management

Gemeinsam mit Prof. Elmar Holschbach von der FH Südwestfalen hat der BME die finalen Ergebnisse der 11. BME-Logistik-Umfrage vorgestellt.

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Das Supply Chain Management (SCM) erhöht die Gesamtperformance der Betriebe. Bei der organisatorischen Implementierung werden allerdings unterschiedliche Wege verfolgt. Viele Firmen sind unsicher, wie sie SCM konkret umsetzen können. Da es für SCM keinen Bauplan gibt und jedes Unternehmen seine eigene SCM-Organisation aufbauen muss, wird das Thema Supply Chain Management sowohl die Wirtschaft als auch die Wissenschaft noch lange beschäftigen. Das sind die finalen Ergebnisse der 11. BME-Logistik-Umfrage, die der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Frankfurt, und Prof. Elmar Holschbach von der Fachhochschule Südwestfalen, Meschede, gemeinsam durchgeführt haben.

SCM-Manager und Logistiker aus 127 Unternehmen waren von Oktober 2015 bis Ende Januar 2016 branchenübergreifend befragt worden, welche internen und formalen Organisationsstrukturen die Firmen für das SCM nutzen, mit welchen Aufgaben SCM-Organisationseinheiten betraut sind und welche Zusammenhänge zwischen der formalen SCM-Organisationsstruktur und der Leistung der Unternehmen bestehen.

SCM als Kostendämpfer

Die Umfrageteilnehmer gaben an, dank SCM neben einer Optimierung der Bestandshöhe (47 Prozent) auch eine Reduzierung ihrer Supply-Chain-Kosten (47 Prozent) erreicht zu haben. Weiterhin konnten die eigene, aber auch die Lieferzuverlässigkeit der Lieferanten verbessert (jeweils 40 Prozent) und die Lieferzeiten verkürzt werden (33 Prozent). SCM kann darüber hinaus gerade für international tätige Unternehmen ein großer Erfolgsfaktor sein. Immerhin agieren 58 Prozent der Befragten weltweit, wogegen nur 13 Prozent ausschließlich in Deutschland tätig sind. Daher ist es erstaunlich, dass nur 32 Prozent der Studienteilnehmer eine eigene SCM-Organisationseinheit eingeführt haben.

Wie ist SCM im fokalen Unternehmen verankert und organisiert?

Diese SCM-Organisationseinheit ist in 16 Prozent der Firmen Teil der Unternehmensleitung. In 47 Prozent der Betriebe ist das SCM auf der zweiten und in 31 Prozent auf der dritten Hierarchieebene verankert. Organisatorisch haben die Unternehmen das SCM in unterschiedlicher Weise implementiert.

Auf Basis der Ergebnisse lassen sich einige Trends ableiten:
  • Die teilweise integrierte Organisationsform wird am häufigsten gewählt: in der vorliegenden Untersuchung mit 30 Prozent. Unter „teilweise integriert“ wird hier verstanden, dass der SCM-Organisationseinheit weitere – allerdings nicht alle – Abteilungen, die mit Teilaufgaben des SCM betraut sind, fachlich und disziplinarisch unterstellt sind.
  • 15 Prozent arbeiten mit einer integrierten Supply-Chain-Organisation beziehungsweise mit der Steuerung über Prozesse. Im ersten Fall steuert die SCM-Organisationseinheit alle wesentlichen mit SCM-Teilaufgaben betrauten Abteilungen direkt. Wenn das SCM über Prozessmanagement organisiert wird, ist eine Stelle für die gesamten SC-Prozesse verantwortlich, definiert diese, verbessert sie fortlaufend und kontrolliert sie.
  • Nur neun Prozent der Unternehmen haben sich für eine Matrixorganisation entschieden, bei der eine untergeordnete Stelle (Matrixschnittstelle) Anweisungen von zwei übergeordneten Leitungsstellen (Matrixstellen) erhält. Obwohl mit neun Prozent nur relativ selten gewählt, wird bei einer Matrixorganisation im Rahmen der Befragung die größte Performancesteigerung angegeben. Ein Grund für die seltene Wahl ist die hohe Komplexität und das erforderliche Know-how, das man für das Betreiben dieser Organisationsform benötigt.
KMU tun sich mit SCM noch schwer

„Ein großer Teil der BME-Mitgliedsunternehmen hat die Bedeutung hocheffizienter Supply-Chain-Management-Strukturen erkannt und handelt danach. Aber insbesondere die kleineren und oftmals von großen Konzernen abhängigen Firmen tun sich mit diesem Thema noch schwer“, sagt Gunnar Gburek, Leiter der BME-Sektion Logistik. Sie hätten offensichtlich die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt. Denn die fortschreitende Globalisierung der Wirtschaft zwinge die Betriebe, ihre Lieferketten zu straffen. „Die damit verbundenen neuen Anforderungen reichen von der Entwicklung von Kontrollsystemen zur Überwachung der Lieferkette über den Einsatz von Planungstools bis zur Auswahl der richtigen Distributionsstrategie“, so Gburek.

Nach Einschätzung von Prof. Elmar Holschbach „lohnt es sich offenbar, in eine eigene SCM-Organisationseinheit zu investieren. Diese Unternehmen gaben häufiger an, ihren Gewinn, Umsatz und Marktanteil gegenüber ihrem wichtigsten Mitbewerber gesteigert zu haben, als Firmen ohne eine solche Einheit.“ Allerdings deute die Befragung auch an, dass die Zusammenarbeit der SCM-Einheit mit anderen internen Funktionsbereichen und vor allem externen Kunden verbessert werden könne. Erst durch die Wahl einer geeigneten Organisationsstruktur sei SCM in der Lage, sein volles Potenzial beim Management der Wertschöpfung vom Rohstofflieferanten bis zum Endkunden zu entfalten.

Die komplette Studie kann kostenlos im BME-Shop bezogen werden unter: www.bme.de/logistikumfrage

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