11.04.2018 //

BME-Preisspiegel Frachten: Preisanstieg setzt sich fort

Die kurzfristigen Distanzen sind relativ gesehen am teuersten. Hierbei schlagen die Lohnkosten stärker ins Gewicht, da die Be- und Entladung viel Zeit in Anspruch nimmt. Am günstigsten sind Fahrten nach Osteuropa.

Foto: Krone

Im ersten BME-Preisspiegel „Frachten“ des Jahres 2018 wird erneut die relativ große Bandbreite der Preise für Kontraktverkehre deutlich. Dennoch ist ein Trend nicht zu übersehen: Die Transportpreise gehen seit 2016 kontinuierlich nach oben, national stärker als international. „Im nationalen Straßengüterverkehr führen unter anderem zahlreiche Zwischenstopps sowie längere Transportzeiten in Ballungsgebieten und im Regionalverkehr zu einem hohen Kilometerpreis“, sagt Andreas Hermann, Leiter Benchmark Services BMEnet.

Der Nahbereich bis 200 Kilometer weist traditionell ein unausgeglichenes Verhältnis zwischen Zeit und Transportentfernung auf. Begründet wird dies durch den maßgeblichen Kostentreiber Arbeitszeit, der im Vergleich mit größeren Entfernungen im Nahbereich stärker ins Gewicht fällt. Zwar ist die Strecke gering, doch die Be- oder Entladung – wie bei typischen Verteilerverkehren üblich – nimmt viel Zeit in Anspruch, sodass der überdurchschnittliche Anteil der Personalkosten einen deutlichen Anstieg der Gesamtkosten bewirkt.

Im nationalen Güterverkehr lag der Mittelwert über alle Frachtraten zwischen Juli und September 2017 bei 1,74 Euro pro Fahrzeugkilometer. Mitte 2016 waren es noch 1,59 Euro gewesen. Doch die Spanne ist hoch: Bewegte der günstigste Anbieter die Waren für lediglich 1,20 Euro, verrechnete der teuerste 2,84 Euro pro Kilometer (2016: 1,07 bzw. 2,88 Euro). Ein Blick auf die einzelnen Entfernungsklassen zeigt, dass der absolute Preis mit zunehmender Distanz abnimmt. Darüber hinaus wird aber auch deutlich, dass der Preisanstieg geringer wird, je weiter ein Lkw unterwegs ist. Bei Entfernungen bis 200 Kilometer sind die Preise seit 2016 im Mittel um 13 Cent pro Kilometer gestiegen, bei Entfernungen von 600 Kilometern und mehr waren es nur 7 Cent.

Lohn, Maut und Treibstoff treiben die mittleren Raten

Wie bei den nationalen Frachtraten nehmen auch die internationalen Transportpreise relativ gleichbleibend mit zunehmender Entfernung ab. Bei bis zu 600 Kilometern betrug der Frachtpreis zuletzt 1,81 Euro pro Kilometer, bei mehr als 1.800 Kilometern Entfernung nur noch 1,13 Euro. Bemerkenswert ist, dass der preisliche Abstand zwischen den Entfernungsklassen 601 bis 1.000 und 1.001 bis 1.400 Kilometer zusehends schrumpft. Anzumerken ist, dass die mittleren Frachtraten erheblich durch länderspezifische Faktoren wie Lohn-, Maut- und Treibstoffkosten beeinflusst werden. Osteuropa, wohin auch die längsten Fahrten anstehen (1.496 Kilometer im Schnitt), bildet hier traditionell das preisliche Schlusslicht (1,19 Euro pro Kilometer). Zum Vergleich: In Westeuropa beträgt die mittlere Frachtrate 1,76 Euro pro Kilometer bei einer durchschnittlichen Transportweite von 580 Kilometern.

Auch wenn die Daten aufgrund der regionalen Unterschiede in Europa mit Vorsicht zu interpretieren sind, so zeigt sich über alle Regionen hinweg doch ein Trend: Auch die internationalen Transportpreise nehmen seit Mitte 2016 kontinuierlich zu, und zwar im Schnitt um 5 Cent pro Kilometer – mit einer Ausnahme: Fahrten über 1.800 Kilometer. Hier stagnieren die Preise.

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BME-Preisspiegel Frachten

Für den 1. BME Preisspiegel Frachten 2018 wurden 2.835 Datensätze mit echten Einkaufspreisen im nationalen und internationalen Güterverkehr ausgewertet. Er deckt den Zeitraum Ende 2015 (nationale Verkehre) bzw. Anfang 2016 (internationale Verkehre) und September 2017 ab.

Der BME-Preisspiegel berichtet über die Straßenfrachten für Lkw bis 80 Kubikmeter Laderaum im nationalen und internationalen Verkehr mit Bezug zu Deutschland. Er bietet Analysen, zeigt Trends und beinhaltet Prognosen. Erscheinungsrhythmus quartalsweise, Schutzgebühr 680 Euro, Jahresabo 1.480 Euro.
Infos: andreas.hermann@bme

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