06.06.2018 //

BME-Region Hamburg/Schleswig-Holstein: Balkan-Sourcing im Fokus

Im Rahmen einer Fachveranstaltung der BME-Region wurde den Teilnehmern u.a. vermittelt, welche Potenziale der Balkan als Sourcing-Region bietet.

Zahlreiche Einkäufer von Global Playern und KMU waren der Einladung der BME-Region Hamburg/Schleswig-Holstein ins Hotel Hafen Hamburg gefolgt. Foto: BME-Region Hamburg/Schleswig-Holstein Zahlreiche Einkaufs- und Logistikmanager von Global Playern und KMU waren der Einladung der BME-Region Hamburg/Schleswig-Holstein ins Hotel Hafen Hamburg gefolgt. Foto: BME-Region Hamburg/Schleswig-Holstein

Die Herausforderungen im Einkauf und der Logistik sind in Deutschland und ganz Europa durch die diffizile weltpolitische Lage enorm angestiegen. Die Entscheidungsträger sind gezwungen, auf zunehmend volatilen Märkten zu agieren. Die Supply Chains werden länger und die Risiken damit auch komplexer. Um die Versorgungssicherheit sowie marktfähige Preise für das eigene Unternehmen aufrechtzuerhalten, sind zusätzliche Global Sourcing-Aktivitäten des Einkaufs notwendig – das gilt sowie für Global Player als auch für KMU.

Vor diesem Hintergrund lud die BME-Region Hamburg/Schleswig-Holstein Mitglieder und Interessenten zu einer kostenlosen Fachveranstaltung ein. Joachim Heuseler, Vorstandsvorsitzender der BME-Region Hamburg/Schleswig-Holstein, eröffnete die Schwerpunktveranstaltung „Balkan-Sourcing“. Trotz hoher Temperaturen waren rund 40 Teilnehmer der Einladung ins Hotel Hafen Hamburg gefolgt. Im 8. Stock des Veranstaltungshotels genossen die Gäste zugleich den beeindruckenden Blick über den Hamburger Hafen.

Unbekannte Potenziale in Einkauf und Logistik: Der Balkan

Olaf Holzgrefe, Leiter International Business Development und Affairs des BME e.V., informierte die Experten zunächst über aktuelle Entwicklungen auf dem Beschaffungsmarkt Osteuropa und der Balkanregion. In einer Zeit, in der Kapazitäten in einzelnen Ländern und Bereichen in Mittel und Osteuropa (MOE) immer knapper werden, ist nach seiner Ansicht die Suche nach Alternativen eine wichtige Aufgabe. Der Balkan habe sich hierbei vor allem für den Mittelstand in den vergangenen Jahren als alternativer Beschaffungsmarkt hervorgetan. Seit 2015 führt der BME beispielsweise gemeinsam mit der Bundesregierung und den AHK vor Ort auf dem Westbalkan die Einkaufsinitiative Westbalkan durch. Dabei haben weit über 100 Unternehmen die Potenziale dieser Region in speziellen Warengruppen untersucht, um leistungsbereite Lieferanten in ihre Lieferketten aufnehmen zu können. Holzgrefe: „Wir sehen, dass viele Unternehmen im Balkan versuchen, ihrer Hausaufgaben zu machen und somit für eine Lieferbeziehung mit deutschen Unternehmen infrage kommen.“ Insgesamt zeigte die Veranstaltung der BME-Region Hamburg/Schleswig-Holstein, dass es noch viele Chancen und Optionen in Osteuropa für Einkauf und Logistik gibt. Diese gilt es zu erkunden und letztlich zu heben. Wichtig sei hierbei, neben den klassischen Beschaffungsfragen bei den Aktivtäten vor Ort auch die kulturellen Aspekte zu beachten.

Patrick Sostmann, Chief Sales Officer bei „Wer liefert was” (wlw) und „Europages“, Hamburg, rundete die Veranstaltung anschließend mit seinem Fachvortrag zum Thema: „Mit Präsenz auf den B2B-Marktplätzen die Digitalisierung als Chance nutzen und neue Märkte und Zielgruppen erreichen“ ab. Grundsätzlich stelle die Digitalisierung den deutschen Mittelstand vor eine große Herausforderung. Nur 15 Prozent der KMU fühlten sich nach Einschätzung des Dozenten gut für diesen Prozess vorbereitet. Auch die Bundesregierung habe die Notwendigkeit zu agieren erkannt.

Sostmann: „Die Erfahrung zeigt, dass die Digitalisierung eine Chance oder eine Bedrohung sein kann. Beispiele wie die Taxi-und Musikindustrie belegen, dass durch die Digitalisierung veränderte Prozesse ganze Geschäftsmodelle gefährden. Es gibt aber auch viele positive Beispiele, wo die Digitalisierung als Chance genutzt wird.“ wlw sei sicherlich hierfür ein gutes Beispiel. Sein Unternehmen habe sich vom  reinen Buchvertrieb/Brancheneintrag zum führenden Partner in der der B2B-Onlinesichtbarkeit für europäische Unternehmen entwickelt. Heute sei wlw eine agile Tech-Company, die in ganz Euopa tätig ist und zweitstellige Wachstumsraten verzeichnet.
„Die Digitalisierung betrifft alle Unternehmensbereiche von Einkauf, Produktion/Logistik bis hin zu Vertrieb und Marketing. Gerade im Einkauf ist die Digitalisierung bereits weit fortschritten. Aber das Angebot ist noch nicht leicht auffindbar, da viele KMU noch nicht wissen, wie man sich unter über 3,5 Milliarden Suchanfragen im Jahr auffindbar machen kann“, betonte Sostmann.

B2B Marktplätze wie wlw und Europages bieten nach Sostmanns Einschätzung eine optimale Plattform für jedes Unternehmen, um eine gute Sichtbarkeit zu erzielen. „Heute vereinen wlw und Europages 4,1 unique Visitors pro Monat auf 28 Länderplattformen in 15 Sprachen“, sagte Sostmann. Auch in Osteuropa und im Balkan seien beide Plattformen gut aufgestellt. So vereine Europages z.B. in Polen fast 100.000 Firmen und in Kroatien und Serbien ca. 10.000 Unternehmen. Die Anwender könnten über das Europages-Portal zielgerichtet nach europäischen Anbietern von Produktkategorien suchen und diese dann nach Ländern sortieren. Zu jedem Match fänden die User eine übersichtliche Unternehmensbeschreibung sowie die Möglichkeit, das Unternehmen direkt zu kontaktieren.

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