12.04.2019 //

BME-Region Hamburg/Schleswig-Holstein: Digitale Transformation im Fokus

Im Rahmen einer Fachveranstaltung der BME-Region Hamburg/Schleswig-Holstein vermittelten Experten aus Praxis und Wissenschaft über 50 Einkaufs- und Logistikmanagern, welche digitalen Potenziale es bei Global Playern und KMU zu heben gilt.

Zahlreiche Einkaufs- und Logistikmanager von Global Playern und KMU waren der Einladung der BME-Region Hamburg/Schleswig-Holstein gefolgt. Foto: BME-Region Hamburg/Schleswig-Holstein Zahlreiche Einkaufs- und Logistikmanager von Global Playern und KMU waren der Einladung der BME-Region Hamburg/Schleswig-Holstein gefolgt. Foto: BME-Region Hamburg/Schleswig-Holstein

Die Herausforderungen in Einkauf, Supply Chain Management und Logistik wachsen in Zeiten der digitalen Transformation stetig. Der digitale Strukturwandel der Industrie wird ohne den Einkauf nicht erfolgreich sein. Allerdings gehen die Meinungen über seine Rolle weit auseinander. Sie reichen von „aktiver Treiber“ bis „lediglich Unterstützer“. Fakt ist: Der Einkauf muss sich noch stärker wie bisher in die „4.0-Diskussion“ einschalten.

Vor diesem Hintergrund lud die BME-Region Hamburg/Schleswig-Holstein Mitglieder und Interessenten zu einer kostenlosen Fachveranstaltung am 26.03.19 nach Hamburg ein. Über 50 Teilnehmer waren der Einladung von Organisator Peter Eggers, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der BME-Region Hamburg/Schleswig-Holstein, in die Hansestadt gefolgt. Dies belegt eindrucksvoll, dass beim Gros der Beschaffungsentscheider die Themen rund um die Digitalisierung derzeit ganz weit oben auf der Agenda stehen.

Digital-Experte Stephan Chassaing de Bourdeille informierte, welche Denkansätze die Einkaufsabteilungen deutscher Unternehmen direkt aus dem Silicon Valley übernehmen sollten. Zur langläufig diskutierten Frage, was Agilität eigentlich konkret auszeichnet, vertrat er einen klaren Standpunkt: „Agilität strebt nach jedem Zwischenergebnis, das bereits einen Wert für sich selbst darstellt“, betonte de Bourdeille, der auf eine breite Erfahrung in den Bereichen Einkauf, IT, Marketing sowie alle Mediengattungen zurückblicken kann. Agilität befreie aber niemals von sorgfältiger Planung und Analyse.

Prof. Dr. Wolfgang Kersten vom Institut für Logistik und Unternehmensführung der Technischen Universität Hamburg-Harburg präsentierte den Teilnehmern seine aktuellen Forschungsergebnisse zur digitalen Transformation im Mittelstand. „Ein Teil der mittelständischen Unternehmen hat seine Hausaufgaben bereits gemacht“, so der Experte. Die verbuchten Erfolge seien respektabel. Der Kulturwandel innerhalb des Unternehmens stelle nach seiner Einschätzung einen wesentlichen Einflussfaktor für eine erfolgreiche Digitalisierung dar.  Wichtig sei insbesondere, die Mitarbeiter beim Digitalisierungsprozess mitzunehmen und potenzielle Ängste bereits im Vorfeld abzubauen.

Prof. Dr. Prisca Brosi, Kühne Logistics University, erläuterte in ihrem Vortrag die Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Menschen und deren Arbeitswelt. Mit Aspekten wie Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit umzugehen, sei die neue Kernkompetenz für Mitarbeiter und Führungskräfte. „Die Organisationen müssen demokratischer werden und in Zukunft vor allem Beziehungen managen“, betonte Brosi. Auch gesundheitliche Aspekte müssten stärken in den Fokus der Organisationen rücken – so das Resümee der Dozentin.

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