30.10.2015 //

Bodenbildung bei Rohstoffen dauert länger als vermutet

Fazit des aktuellen BME-Preisspiegels: Einkaufsabteilungen profitieren vorerst weiter vom niedrigen Preisniveau bei Rohmaterialien.

Foto: BHP Billiton Die weitere Entwicklung bei Eisenerz ist von China abhängig. Foto: BHP Billiton

Der Markt für Rohstoffe bleibt vorerst gekennzeichnet von anhaltenden Überkapazitäten und einer nur zögerlichen Nachfrageentwicklung.  „Es dürfte noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die weithin erwartete Bodenbildungsphase voll zur Geltung kommt“, sagt Volkmar Klein, Leiter für Benchmark-Services anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Preisspiegels Rohstoffe für das vierte Quartal. Demnach dürfen sich Einkäufer von Rohmaterial vorerst weiter darüber freuen, dass ein Großteil der wichtigsten Industriemetalle günstig zu haben ist. „Selbst wenn der Rohstoffverbrauch wieder ansteigen sollte, sprechen die Angebotsbedingungen gegen eine zügige Erholung der Notierungen“, pflichtet ihm Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), in ihrem Kommentar zum Preisspiegel bei.

Wann die Marktbereinigung tatsächlich voll zum Zuge kommt, ist für Klein jedoch keine Frage der Wahrscheinlichkeit, sondern eher des Zeitpunkts. „Nach einem regelrechten Preisrutsch über die Sommermonate ist sie längst überfällig. Einkäufer sollten sich deshalb gut überlegen, ob sie im aktuellen Umfeld eher kurzfristige Kontrakte oder nicht doch längerfristige Preisbindungen eingehen“, sagt Klein. Den Schlüsselfaktor dafür sieht er in der wirtschaftlichen Entwicklung in der Volksrepublik China, die für große Teile der globalen Rohstoffnachfrage verantwortlich ist (bei Materialien wie Eisenerz oder Aluminium etwa liegt der Anteil an den weltweiten Importen bei weit über der Hälfte). Bislang sei es der Regierung zwar nicht gelungen, die Abkühlung im Exportgeschäft durch eine höhere Binnennachfrage zu kompensieren. „Weitere geldpolitische Maßnahmen oder Investitionen in die Infrastruktur könnten dafür aber das Zünglein an der Waage werden“, sagt Klein.

Wie der BME-Preisspiegel für das vierte Quartal aufzeigt, deutet nach wie vor vieles darauf hin, dass Rohstoffe eine Phase der Konsolidierung einläuten. Bei allen wichtigen Industriemetallen lassen die Prognosen in der BME-Publikation durchweg eine steigende Preistendenz erwarten. „Eine kurzfristige Aufwärtstendenz nach dem Sommerloch hatte sich hier zwar zunächst als Strohfeuer erwiesen. Seit Anfang Oktober beobachten wir hier jedoch einen weiteren vorsichtigen Erholungsversuch“, sagt Klein. Bei den meisten Edelmetallen wie Gold, Silber und Palladium beobachtete das Benchmarking-Team des BME bereits im dritten Quartal steigende Preise – im Gegensatz zu Platin und dem Mineralölmarkt, wo sich die Preise zuletzt wegen Überangeboten oder drohenden Angebotsdefiziten weiterhin auf Talfahrt befanden.

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