Brexit-Folgen: Weniger Geschäftsreisen nach Großbritannien

Der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) präsentiert vorläufige Ergebnisse seiner Geschäftsreiseanalyse 2019.

Der drohende Brexit hat auch mögliche negative Auswirkungen auf die Geschäftsreisen deutscher Unternehmen nach Großbritannien. Foto: pixabay.com Der drohende Brexit hat auch mögliche negative Auswirkungen auf die Geschäftsreisen deutscher Unternehmen nach Großbritannien. Foto: pixabay.com

Der bevorstehende Brexit wird sich nach Ansicht der Travel- und Mobilitätsmanager großer deutscher Unternehmen negativ auf die Geschäftsreisetätigkeit nach Großbritannien auswirken. Das geht aus den ersten vorläufigen Ergebnissen der Geschäftsreiseanalyse 2019 hervor, die der Verband Deutsches Reisemanagement e.V. (VDR) in Frankfurt präsentiert hat. Demnach rechnet rund ein Drittel der Befragten nach dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs mit einem Rückgang der Geschäftsreisen auf die Insel. Weniger als die Hälfte der Travel Manager gehe davon aus, dass die Zahl der Reisen auf dem derzeitigen Niveau verbleiben werde. Weitere 22 Prozent der Unternehmen mit Geschäftsreisen nach Großbritannien wüssten die Folgen des Brexit derzeit noch nicht einzuschätzen.

„Die Zahlen verdeutlichen, dass der Austritt Großbritanniens aus der EU auch am Geschäftsreisemarkt nicht spurlos vorbeigehen wird. Mit jedem weiteren Tag wird zudem das Szenario eines ungeordneten Brexits realistischer“, sagte VDR-Präsidiumsmitglied Christoph Carnier bei der Präsentation der Studienergebnisse. Unternehmen mit engen Geschäftsbeziehungen zum Vereinigten Königreich sollten angesichts des drohenden harten Brexit in jedem Fall auch das Travel Management in ihre Vorbereitungen einbeziehen, insbesondere wenn es um Datenschutz und Visafreiheit für EU-Bürger gehe.

„Wir teilen die Einschätzung des VDR und erwarten bei einem Brexit ebenfalls weniger Geschäftsreisen deutscher Unternehmen nach Großbritannien. Wie stark diese Zahl sinken wird, hängt allerdings davon ab, ob es zu einem geregelten oder ungeregelten EU-Austritt des Vereinigten Königreichs kommt“, betont Carsten Knauer. Der BME-Leiter Sektion Logistik/SCM und Referent Fachgruppen verweist darauf, das bereits erste Automobilhersteller ihre Produktion verlagern oder dies planen. „Durch weniger Verflechtung wird dann natürlich auch weniger gereist“, fügt er hinzu. In diesem Zusammenhang sei auch die Frage zu klären, wie es im Luftverkehr zwischen Europa und Großbritannien nach einem No-Deal-Brexit weitergehen würde.

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