25.10.2013 //

Bundesbank mahnt SEPA-Umstellung an

Vor der Reform zum 1. Februar 2014 ist der Anteil an SEPA-Zahlungen noch sehr gering.

Foto: Deutsche Bundesbank

Es verbleiben weniger als 100 Tage, bis der unbare Zahlungsverkehr in Europa zum 1. Februar 2014 neu aufgestellt wird. Nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank sowie den Interessensvertretungen von Banken und Verbraucherzentralen gibt die aktuelle Nutzung von „Single Euro Payments Area“ (SEPA) aber verstärkt Anlass zur Sorge. „Banken, Unternehmen, Vereine, Händler und Behörden müssen jetzt dringend aktiv werden“, hieß es in Rahmen einer extra einberufenen Konferenz. Den Gläubigern drohe im schlimmsten Fall eine vorübergehende Zahlungsunfähigkeit. Dadurch entstehende Kosten könnten aber durch eine rechtzeitige Umstellung abgewendet werden. Insbesondere bei kleineren Unternehmen und Vereinen sei ein echter Endspurt nötig.

Anteil an Transaktionen bislang sehr gering

Alarmierend für die drei Institutionen ist der gegenwärtige Anteil an Transaktionen, die auf dem neuen System beruhen. Es sei zwar erfreulich, dass sich laut aktuellen Umfragen 90 Prozent aller Unternehmen intensiv mit dem Thema SEPA beschäftigen, sagte Ludger Gooßens vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) als Federführer der Deutschen Kreditwirtschaft. Die konkreten Zahlen besagen jedoch, dass der Anteil der SEPA-Überweisungen in Deutschland im dritten Quartal lediglich bei knapp 14 Prozent lag, während bei Lastschriften nicht einmal ein Prozent nach den neuen Regeln durchgeführt wurden. Rund 25 Millionen arbeitstägliche Überweisungen im Wert von 227 Milliarden Euro müssen demnach also noch umgestellt werden. 

Da die SEPA-Zahlverfahren bereits heute voll funktionstüchtig sind, empfehlen die Beteiligten, rechtzeitige Testläufe durchzuführen und den Zahlungsverkehr schrittweise auf die neuen Verfahren umzustellen. Für Firmenkunden und Vereine gehe es dabei nicht nur um 22-stellige Kontonummern. Viel wichtiger sei die Anpassung der Softwaresysteme, da für die neuen Überweisungen ein spezifisches Datenformat notwendig ist.

Nachholbedarf bei Lastschriften besonders groß

Besonders viel Nachholbedarf wird derweil bei Lastschriften gesehen. „Der technische und organisatorische Aufwand bei der Umstellung auf die SEPA-Lastschrift darf keinesfalls unterschätzt werden“, sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele. Bis dato liegen der Notenbank lediglich von rund einem Viertel der 3,6 Millionen Unternehmen und 500.000 Vereine in Deutschland Anträge auf die dazu erforderlichen Gläubiger-Identifikationsnummern vor. Außerdem muss als Ersatz für die bisherige Einzugsermächtigung ein sogenanntes Mandat vom Zahlenden vorliegen.

Die Umstellung machen die Beteiligten mit zahlreichen Vorteilen schmackhaft. So sollen Überweisungen in andere europäische Länder nicht nur schneller, sondern auch günstiger werden. Laut Hartmut Koschyk, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, erhalten Unternehmen und Vereine durch SEPA die Möglichkeit, unabhängig von ihrem Sitz oder Wohnort ihre gesamten bargeldlosen Euro-Zahlungen, ihre Kontoführung sowie das Cash Management effizient, sicher und einheitlich zu steuern.

 

 

 

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