29.10.2019 // Strategien, Methoden & Tools

Chemie-Einkauf entscheidender Hebel für Klimaneutralität

Das Beratungsunternehmen Camelot hat Chemieunternehmen zu Trends im Chemie-Einkauf befragt. Bei der Beschaffung von Rohstoffen sind Nachhaltigkeitsaspekte zu einem zentralen Entscheidungsfaktor aufgestiegen.

Klimaschutz ist in der Chemieindustrie ein vorrangiges Thema geworden. Foto: BASF SE

Chemie-Einkäufer sehen die Energiewende als Risikofaktor für die Wettbewerbsfähigkeit. Entsprechend halten zwei von drei Einkäufern eine umweltpolitische Ausrichtung der Einkaufsstrategie für erforderlich. Wichtige Entscheidungsfaktoren im Einkauf sind dabei die Berücksichtigung von Corporate-Social-Responsibility-Standards des Lieferanten (80 Prozent), Technologie des Herstellers (90 Prozent), Höhe der Emissionen (63 Prozent) und Rohstoffbasis (83 Prozent). Insgesamt sind Nachhaltigkeitsaspekte zu einem zentralen Entscheidungsfaktor bei der Rohstoffbeschaffung geworden. Dies sind zentrale Ergebnisse des Trendmonitors Einkaufsthemen in der Chemieindustrie 2019 des Beratungsunternehmens Camelot Management Consultants.

Befragt wurden rund 200 Manager aus großen und mittelgroßen deutschen Chemieunternehmen. Die chemische Industrie hat sich zur Treibhausgasneutralität bis 2050 bekannt. Chemieunternehmen sind daher gefordert, in allen Bereichen der Wertschöpfungskette den Weg in die Klimaneutralität zu finden. „Der Einkauf spielt hier eine entscheidende Rolle“, erklärt Josef Packowski, Managing Partner des Beratungshauses.

Für über 50 Prozent der Befragten sind neue Rohstoffe ein Thema oder werden bereits verwendet. Unter den nachhaltigen Rohstoffen sind vegetative Rohstoffe die erste Wahl. Dabei wird die Qualität überwiegend positiv gesehen. Bemängelt wird allerdings die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltiger Rohstoffe. Immerhin: Zwei von drei Einkäufern wollen auch bei sinkenden Margen an Nachhaltigkeitszielen festhalten.

Größtes Risiko für die Rohstoffversorgung in den kommenden zwölf Monaten sind Zölle und Handelskonflikte, gefolgt von Preisvolatilität. Teilnehmer aus Großunternehmen erwarten eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Beschaffungsmarktes, während in den USA Chancen und Risiken gesehen werden. Der Einkauf könnte sich noch besser positionieren, so die Chemie-Einkäufer. Ihm werden als Marktbeobachter und Informationsquelle bisher ungenutzte Potenziale attestiert.

Camelot-Studie zu Trends im Chemieeinkauf

Save the Date: Am 27. November 2019 findet das 7. BME-Forum Chemie Einkauf in Bonn statt. Im Fokus der Veranstaltung stehen aktuelle Herausforderungen im Global Sourcing (insbesondere China), wie sich Einsparpotenziale beim Einkauf von Nebenrohstoffen ausschöpfen lassen, Digitalisierung im Einkauf und Nachhaltigkeit in der Zusammenarbeit mit Lieferanten. Ein Round Table thematisiert „Nachhaltigkeit in der Chemiebranche – was bedeutet das für Ihr „daily business“ in der Beschaffung?

Infos

Anita Engelmann
T 06196 / 5828-240
anita.engelmann(at)bme.de

Anmeldung

Melanie Baum
T 06196 / 5828-201
melanie.baum@bme.de

 

 

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