09.10.2017 //

China bleibt attraktiver Beschaffungsmarkt

Welches Potenzial bietet China für deutsche Einkäufer? Diese Frage war Thema spannender Vorträge und Diskussionen auf der Regionalveranstaltung der BME-Region Karlsruhe-Mittlerer Oberrhein in Bellheim in den Räumen der Firma Kardex Remstar.

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Die Firma Kardex Remstar in Bellheim war am 27. September 2017 Gastgeber der Regionalveranstaltung des BME Karlsruhe-Mittlerer Oberrhein (KAR) zum Thema Beschaffungsmarkt China. Begrüßt wurden die rund 30 Interessenten und Mitglieder von Jürgen Schuhmacher, Einkaufslauter von Kardex, und von Ingolf Oßfeld, Vorstandsmitglied des BME KAR. Am Standort Bellheim arbeiten rund 333 Beschäftigte.

Zum Einstieg überzeugten sich die Teilnehmer bei einem Fertigungsrundgang von der Kompetenz und den modernen Fertigungsprozessen der „Made in Germany“-Lagerpaternostersysteme. Im Anschluss stellte Schuhmacher die Firmenorganisation und den Einkauf des Unternehmens vor. Der strategische Einkauf ist in Bellheim und Shanghai angesiedelt und erstreckt sich über 28 Warengruppen.

„Ist China noch wettbewerbsfähig?“ thematisierte Stefan Schwaab, Geschäftsführer von BridgeConcept Partners. Schwaab hat in dem asiatischen Land Fertigungsstätten, Wertschöpfungsketten und Einkaufsstandorte aufgebaut. Auch wenn die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt an Fahrt verliere, bewertet er China immer noch als einen großen und attraktiven Beschaffungsmarkt für viele Branchen. „Westliche Einkäufer haben das Potenzial noch nicht ausgeschöpft“, sagt der China-Experte. Allerdings seien chinesische Hersteller mitunter auch nicht besonders erfolgreich darin, ihre Erzeugnisse auf ausländischen Märkten zu verkaufen.

Hong Kong Tor zum Beschaffungsmarkt

Die aktuellen Preisanstiege bei Stahlpreisen und Rohmaterialien wie Stahl, Kohle, Erz, Koks oder Magnesium führt er auf die strengere Verfolgung von Umweltschutzauflagen zurück. Dies führe zu Werksschließungen und Kapazitätskürzungen. „Die aktuelle Bindefrist für Angebote liegt nur noch zwischen ein und zwei Wochen“, erklärte Schwaab.

Wie sich die Beschaffungspolitik in China entwickelt, war Fokus des Vortrags von Manfred Prestel, Geschäftsführer von Prestel Consult. Er war unter anderem Geschäftsführer einer ausländischen Niederlassung in China. „Das asiatische Land ist eine der größten Werkbänke weltweit mit rund 25 Prozent der weltweiten Fertigungsaktivitäten“, unterstrich Prestel. Allerdings seien die Herstellungskosten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ohne wesentliche Produktivitätssteigerungen. In den subventionierten Provinzen seien die Lohn- und Fertigungskosten allerdings niedriger. „Staatliche Subventionen in industrieschwachen Prozinzen resultieren in reduzierten Fertigungskosten“, sagte der China-Kenner. Ein Tor zum Beschaffungsmarkt China sei die chinesische Sonderverwaltungszone Hong Kong. Darüber hinaus sei sie auch Logistik-Drehscheibe für die Supply Chain Asien-Europa.

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