02.04.2014 //

China: Wie lässt sich Innovation generieren?

Lesen Sie hier das Fazit einer BME-Veranstaltung mit Lieferanten in Shanghai.

Das Thema Innovation rückt auch in China zunehmend in den Fokus. Was den Einkauf in Europa schon länger beschäftigt, will nun auch die chinesische Wirtschaftspolitik als strategischen Faktor für die eigenen Unternehmen vorantreiben. Der BME China wird sich diesem Thema verstärkt mit Partnern widmen. Den Auftakt bildete am 27. und 28. März 2014 in Shanghai der „1st BME China Sino-German Supplier Innovation Dialogue“, der gemeinsam mit den Unternehmen Bayer, Hermes Hansecontrol, SKF, Ametek und ZF durchgeführt wurde. 250 Teilnehmer – Einkäufer und in der Mehrzahl selektierte Lieferanten – diskutierten in Plenum und Workshops darüber, wie beide Seiten Prozesse aufsetzen müssen, um innovative Lösungen, Verfahren und Produkte zu generieren. Gefragt wurde auch: Welche Lieferanten kommen dafür in Frage? Mit welchen besonderen Herausforderungen ist der Einkauf in China konfrontiert?

„Innovation ist nicht auf Größe des Zulieferers oder bestimmte Produktgruppen beschränkt“, sagt Thilo Köppe (Ametek/Dunkermotoren; Taicang). Zulieferer entwickelten sich teilweise „überraschend schnell“ weiter und auch mit kleinen chinesischen Partnern könne Innovationsgewinnung, unter anderem auf der Prozessebene, Sinn machen. Ein Risiko bleibe freilich das Thema Patentschutz. Köppe: „Die Devise kann hier nur lauten, schneller als der Wettbewerb zu sein. Innovationsgewinnung trägt über die Zulieferer strategisch zunehmend  zum Geschäftserfolg bei.“ Der General Manager der Firma Dunkermotoren warnte allerdings davor, sich in eine zu starke Abhängigkeit von Suppliern zu begeben. „Zudem entsteht gegebenenfalls eine starke Einschränkung der operativen Flexibilität.“ Hier sollte ein ausgeklügeltes Risikomanagement greifen.

Michael Markert (SKF Group Purchasing; Shanghai) sieht in China „große Potenziale, gute Lieferanten, gute Technik und gutes Wissen, mit teilweise guter bis sehr guter Qualität“. Das Niveau sei „viel besser als Indien“, liege aber „unter Süd-Korea und Japan“. Markert rät für China zur Innovationsgewinnung mit strategischen Lieferanten. Man habe sich allerdings intensiv mit der Frage zu beschäftigen, wie sich eigenes Know-how sichern lasse.

Patrick Sion (Bayer Material Science; Shanghai) begrüßte, wie auch die anderen an der BME-Veranstaltung beteiligten Unternehmensvertreter, den besonderen engen Austausch mit den eigenen Zuliefern während des „1st BME China Sino-German Supplier Innovation Dialogue“. Diese waren zuvor selektiert und speziell unter dem Gesichtspunkt „Innovationspartnerschaft“ eingeladen worden. „Unsere Supplier sind erfreut darüber, dass wir auf dieser Ebene Anforderungen, Erfahrungen und auch Informationen über die Ausrichtung unserer Procurement-Strategie weitergeben“, so Sion.

Anton Pietsch, General Manager des BME China, zog dann auch ein positives Fazit des neu ins Leben gerufenen Veranstaltungsformats: „Die enge Abstimmung mit den Unternehmen Bayer, Hermes Hansecontrol, SKF, Ametek und ZF im Vorfeld hat entscheidend zum Erfolg des Events beigetragen. Wir freuen uns, dass die eingeladenen Lieferanten die Chance wahrgenommen haben, sich über das strategisch zunehmend bedeutsame Thema Innovation zu informieren. Viele haben sich überdies aktiv eingebracht. Wir wollen nun über die kommenden Monate verfolgen, in wie weit sich die hier im Shanghaier Kerry Hotel gewonnenen Ideen und Hinweise in die Praxis transferieren lassen.“

Die erfreuliche Resonanz habe laut Pietsch gezeigt: „Wir liegen mit dem Thema und dem Format richtig.“ Im kommenden Jahr werde es eine Fortsetzung mit vertiefenden Schwerpunkten geben. Angedacht sind Agendapunkte wie „Was ist eine Innovation?“, „Wie kann man einen Prozess aufbauen, um Innovation an den Kunden zu bringen?“ und „Wie lässt sich Know-how sichern?“.

BME e.V. (Deutschland) und seine Tochtergesellschaft BME China planen weitere Veranstaltungsformate zum Thema Innovation.

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