27.03.2020 //

Corona-Krise: BIP um zehn Prozent geringer

Die Corona-Pandemie ist zu einer massiven Bedrohung für die deutsche Wirtschaft geworden. Neue Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigen, wie sehr das Wirtschaftswachstum unter der Krise leiden könnte.

Das Coronavirus hat nicht nur die deutsche, sondern auch die weltweite Wirtschaft fest im Griff. Foto: pixabay.com Das Coronavirus hat nicht nur die deutsche, sondern auch die weltweite Wirtschaft fest im Griff. Foto: pixabay.com

Fehlende Nachfrage, Lieferschwierigkeiten und Produktionsstopps: Das Coronavirus hat die deutsche Wirtschaft fest im Griff. Um die Auswirkungen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) abschätzen zu können, hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) Berechnungen für zwei mögliche Szenarien durchgeführt. Danach gelte im glimpflichen Fall der aktuelle Lockdown bis Ende April. Doch auch danach dauere es noch einige Wochen, bis sich die Industrie wieder eingependelt habe. Immerhin müssen gestörte Lieferketten wiederaufgebaut werden und europäische Nachbarländer finden ebenfalls nur langsam den Weg zurück in die Normalität, sind sich IW-Direktor Michael Hüther und Hubertus Bardt, IW-Geschäftsführer, einig.

Unter diesen Annahmen werde das BIP dieses Jahres um rund fünf Prozent geringer ausfallen als ohne die Corona-Krise. Besonders die Industrie müsse ein schwächeres Wachstum in Kauf nehmen – in dem beschriebenen Positivszenario belaufe sich ihr Minus auf rund zehn Prozent. Dauere der Lockdown allerdings bis Ende Juni, so wären die Folgen weitaus gravierender: In diesem Fall würde das BIP um zehn Prozent gegenüber einem normalen Jahresverlauf einbrechen. Die Industrie würde es mit einem Minus von 18 Prozent erneut stärker treffen. Bis zum Jahresende könnte die Krise in diesem Fall noch andauern.

Bisher habe die Bundesregierung ein umfangreiches Hilfspaket für die Wirtschaft geschnürt. Doch seien die Hilfen für die Unternehmen oftmals mit Schulden verbunden, die zukünftig Investitionen verhinderten. Deshalb sollten laut IW-Meinung auch nicht rückzahlbare Finanzhilfen zur Verfügung stehen. Außerdem sei nun internationale Zusammenarbeit gefragt. „Es gibt im Moment keine gemeinsame Lösung oder eine Außenhandelsstrategie“, sagt IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt. „Die G20 müssen, wie bereits 2008, einen gemeinsamen Plan ausarbeiten. Nationale Alleingänge und Abschottung sind fehl am Platz.“

Mehr vom BME auf...

Der BME - Mehr von und auf Twitter   Der BME - Mehr von und auf Xing   Der BME - Mehr von und auf LinkedIn   Der BME - Mehr von und auf Facebook   Der BME - Mehr von und auf Youtube

Weitere Meldungen zu: