Coronakrise bremst Lkw-Verkehr und Konjunktur

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist der mautpflichtige Lkw-Verkehr im März 2020 um 5,9 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Wenn weniger Transporter über die deutschen Straßen fahren, wird auch weniger produziert. Und das schlägt sich früher oder später in den Beschäftigtenzahlen nieder.

Lkw-Stau war gestern: Die Coronakrise hat die Autobahnen leer gefegt. Foto: pixabay.com Lkw-Stau war gestern: Die Coronakrise hat die Autobahnen leer gefegt. Foto: pixabay.com

„Es ist leer auf Deutschlands Straßen. Doch Grund zur Freude gibt die freie Fahrt nicht: Sind weniger Lkw auf den Straßen unterwegs, produzieren die Unternehmen auch weniger“, meint Thomas Puls, Senior Economist für Verkehr und Infrastruktur im Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln).

Laut den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sank die mautpflichtige Fahrleistung im März um 5,9 Prozent gegenüber dem Februar. Das sei der stärkste Einbruch seit Einführung der Maut 2005 – obwohl ein großer Teil der Corona-Maßnahmen erst in der zweiten Monatshälfte wirksam wurde. Der Transportrückgang liefere nach Puls Einschätzung einen ersten messbaren Eindruck davon, wie hart die Corona-Krise Deutschlands Konjunktur treffen werde.

Insbesondere die industrielle Fertigung, die stark auf Arbeitsteilung und Lieferketten basiere, sei ein Garant für genügend Aufträge in der Logistik. Doch die Industrie in Südeuropa und Frankreich befinde sich in Schockstarre. In Deutschland stünden ebenfalls viele Bänder still. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Transportbranche mit einem rückläufigen Geschäft zu kämpfen. Die Rezession, die 2019 der Industrie einen Dämpfer verpasst hatte, habe sich in den Monaten Januar bis November 2019 auch deutlich auf die Fahrleistung ausgewirkt. Im Februar dieses Jahres stiegen die Werte dann wieder, nur um im März eine Corona-bedingte Vollbremsung hinzulegen.

Das Statistische Bundesamt wird den Fahrindex nach eigenen Angaben nun täglich aktualisieren, um so frühe Hinweise auf die Konjunkturentwicklung zu geben. „Einerseits macht das deutlich, wie eng die Bereiche Industrie und Transportwesen verknüpft sind“, sagt IW-Verkehrsökonom Thomas Puls. „Andererseits zeigt die Entscheidung, dass die Industrie mit der Corona-Krise aktuell sehr schwer zu kämpfen hat.“ Früher oder später werde sich das stark angeschlagene Geschäft auch auf die Beschäftigtenzahlen auswirken.

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