21.02.2018 // Indirekte Materialien

Defizite im indirekten Einkauf ausräumen

Kleine Volumina, unregelmäßige Bestellungen, viele Lieferanten: Die Bestellung indirekter Bedarfe geht oft am Einkauf vorbei. Inverto hat vier Schritte identifiziert, um Mängel auszuräumen.

Bildquelle: Raskjaer/Fotolia

Der indirekte Einkauf, also die Beschaffung von Dienstleistungen und Materialien, die über das gesamte Unternehmen hinweg, aber nicht im Wertschöpfungsprozess verarbeitet werden, ist meist nicht nachhaltig strategisch ausgerichtet. Die Beratungsgesellschaft Inverto weist in diesem Bereich auf ein großes Potenzial für Verbesserungen hin. Als Probleme sehen die Berater die kleinen Volumina der Bestellungen, zahlreiche Lieferanten und der Einkauf von Fachabteilungen ohne einen Austausch mit dem Einkauf.

„Unternehmen haben daher häufig kaum eine Transparenz über ihre tatsächlichen Ausgaben im Bereich Indirect Spend“, sagt John Dowling, Principal bei Inverto. Der Einkauf sei sich oftmals nicht der Relevanz der verschiedenen indirekten Bedarfe auf die Unternehmensziele bewusst. Nach einer Analyse der Relevanz der einzelnen indirekten Bedarfe sollte der Einkauf auf Managementebene an die Stakeholder herantreten.

4-Stufen-Modell

In einem ersten Schritt sollte der Einkauf das Thema indirekte Bedarfe ins C-Level tragen, relevante Entscheider zusammenbringen und den Austausch über deren jeweilige Ziele initiieren, so Inverto. Der zweite Schritt sieht vor, dass die einzelnen Warengruppen gemeinsam mit den Stakeholdern hinsichtlich ihres Einflusses auf die Unternehmensziele bewertet und strukturiert werden. Eine Festlegung der Ziele und Verantwortlichkeiten je Bedarfskategorie erfolgt anschließend gemeinsam mit Einkauf und Stakeholder. Schließlich werden die Ziele im vierten Schritt bewertet anhand von Kennzahlen, die auch Aspekte wie Qualität, Wachstum, Innovation und Nachhaltigkeit berücksichtigen.

Die Einteilung der Bedarfe erfolgt in diesem Modell anhand einer Strategic Indirect Procurement Matrix. Analog zu den Figuren in einem Schachspiel werden den einzelnen Warengruppen strategische Rollen zugeschrieben. Beispielsweise gestaltet sich die Rollen-Zuordnung bei Logistik-Dienstleistungen für einzelne Unternehmen völlig unterschiedlich. Bei Krankenhäusern wird die Anlieferung von Verbrauchsmaterialien den Bauern zugeordnet. Der Onlinehändler ordnet die Logistik als spielentscheidende Dame ein. Für den Luftfrachtpartner bedeuten neue Warenmuster ein hoher Impact auf die Unternehmensziele und damit die Rolle eines Springers.

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