28.10.2013 //

Deutschland bleibt führender Logistikstandort

Commerzbank-Studie: Logistiker profitieren von Rationalisierung, Exporten und Osteuropa.

Sieht eine Schlüsselrolle in der effizienten Logistik: Michael Kotzbauer, Bereichsvorstand Großkunden Süd-Ost. Foto: Commerzbank AG

Nach Einschätzung der Commerzbank bekommen deutsche Logistiker im laufenden Jahr den Gegenwind des schleppenden Welthandels zu spüren. Gepaart mit den anhaltenden Problemen in der Eurozone wirke sich die globale Wachstumsschwäche weiterhin dämpfend auf die deutschen Transport- und Logistikunternehmen aus, wie die Bank in Ihrem Branchenbericht schreibt. Die Experten vermuten, dass deren Umsatzwachstum in diesem Jahr höchstens auf dem Niveau des Vorjahres stagnieren wird. Die Aussagen decken sich mit den jüngsten Seefrachtzahlen vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) und dem Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL): Der Containerumschlag-Index stand im September unverändert zum Vorjahr und bestätigte so seine im Jahresverlauf beobachtete Seitwärtsbewegung.

Standort profitiert von Exportstärke und Osteuropa

Nach Einschätzung der Commerzbank wird Deutschland aber weiterhin zu den weltweit wichtigsten Logistikstandorten gehören. Mit einem Umsatz von 222 Milliarden Euro sei die deutsche Branchenlandschaft führend in Europa und weltweit an vierter Stelle - nach den USA, China und Japan. Begünstigt werde dies durch die zentrale Lage und die Exportstärke deutscher Unternehmen. Außerdem profitiere der Standort von der zunehmenden Orientierung nach Osteuropa, wo die Experten aber zugleich Fluch und Segen sehen: Neben den Exportchancen habe die Region viel Rationalisierungspotenzial zu bieten, zum Beispiel durch die Auslagerung von Fuhrparks. Anderseits herrsche dort aber auch viel Wettbewerbsdruck von Seiten lokaler Konkurrenten.

Bei einer zunehmend arbeitsteiligen Welt und global diversifizierten Absatzmärkten sieht der Bereichsvorstand Großkunden bei der Bank, Michael Kotzbauer, eine Schlüsselrolle in der effizienten Logistik. Wie die Commerzbank weiter schreibt, haben sich „Green Logistics“ in einer Studie als ein Instrument zur Wettbewerbsdifferenzierung erwiesen. Außerdem würden immer besser ausgefeilte und auf den Kunden speziell zugeschnittene Logistikdienstleistungen angeboten, so die Experten. Als zukünftige Wachstumsfelder sehen sie insbesondere Paketdienste, den Bereich der Kontraktlogistik sowie den Containertransport.

"Vorteil der Infrastruktur darf nicht verspielt werden"

Allerdings sehen die Commerzbank-Experten auch einige Problemfelder: Neben den hohen Sicherheits- und Umweltschutzauflagen werden die Defizite der deutschen Verkehrswege als nachteilig angesehen. „Damit der Logistikstandort Deutschland weltweit führend bleibt, darf der wertvolle Vorteil einer intakten, vernetzten und dichten Verkehrsinfrastruktur nicht verspielt werden. Sie hat seit 1980 rund ein Achtel ihres Wertes verloren – dieser Verfall muss durch effizientere Verwendung der vorhandenen Finanzmittel und mehr Investitionen der Öffentlichen Hand in Verkehrswege gestoppt werden“, zitiert die Bank den Geschäftsführer des Deutschen Verkehrsforums (DVF), Thomas Hailer.

 

 

 

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