Die Konjunktur schwächelt

Der aktuellen IW-Konjunktur-Herbstumfrage und -prognose zufolge haben weniger Auslandsaufträge und Zulassungsstockungen in der Automobilindustrie die deutsche Wirtschaft auf Talfahrt geschickt.

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„Das Wachstumstempo hat in diesem Jahr spürbar nachgelassen.“ Das teilte Prof. Dr. Michael Grömling bei der Vorstellung der aktuellen Konjunktur-Herbstumfrage- und -prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Köln, mit. Danach gingen bei den Unternehmen weniger Aufträge ein, vor allem die globale Nachfrage nach Investitionsgütern sei zurückgegangen. Zudem machte sich ein Minus in der Automobilindustrie bemerkbar: Neuwagen müssten ein neues Prüfverfahren durchlaufen, dadurch verzögere sich die Zulassung und die Produktion stocke. International drohe weiterhin Ungemach: Der schwelende Handelskonflikt, den die USA befeuern, und der Brexit bremsten die deutsche Konjunktur.

Das trübt die Aussichten für 2019, zeigt die IW-Konjunkturumfrage vom Herbst 2018. Nur noch 23 Prozent der mehr als 2.250 befragten Unternehmen gingen im Exportgeschäft von einem Zuwachs aus, acht Prozentpunkte weniger als noch im Frühjahr 2018. Diese gedämpfte Zuversicht springe auch auf die Inlandskonjunktur über. Die Investitions- und Beschäftigungserwartungen hätten sich ebenfalls merklich eingetrübt. Eine Stagnation drohe nicht, aber die gesamtwirtschaftliche Produktion verliere an Schwung: Gut 38 Prozent der Firmen erwarteten für 2019 ein Produktionsplus, dagegen rechneten 14 Prozent mit einem Minus. Die Spanne zwischen Optimisten und Pessimisten habe sich seit dem Frühjahr erheblich verkürzt.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im dritten Quartal 2018 preisbereinigt um 0,2 Prozent geschrumpft. Da auch die Weltwirtschaft weniger dynamisch ist, rechnet das IW für 2019 mit einem verhaltenen Wachstum von nur noch 1,2 Prozent – nach 1,5 Prozent in diesem Jahr.

Das schwächelnde Wachstum werde auch auf dem Arbeitsmarkt spürbar sein. Zwar steige die Beschäftigung weiter an und die Arbeitslosigkeit sinke, allerdings werde der Rückgang der Arbeitslosigkeit schwächer ausfallen als in diesem Jahr. Die Zwei-Millionen-Schwelle werde 2019 nicht unterschritten. Die Arbeitslosenquote sollte durchschnittlich bei fünf Prozent liegen.

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