22.08.2013 //

DIHK sorgt sich um Standort Ägypten

Deutsche Unternehmen engagieren sich vorerst weiter

Der Tourismus leidet zunehmend unter den Auseinandersetzungen in Ägypten. Foto: Makrodepecher / <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">pixelio</a>

Trotz der Ausschreitungen in Ägypten planen deutsche Betriebe nach Erkenntnissen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) derzeit nicht, sich aus dem nordafrikanischen Land zurückziehen. 80 deutsche Unternehmen sind mit Vertriebs- und Produktionsstandorten in Ägypten vertreten und beschäftigten vor Ort rund 24.000 Mitarbeiter. Dafür, dass sich das ändern sollte, gebe es derzeit keine Signale, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier: „Die Unternehmen, die da sind, werfen nicht das Handtuch.“ Dies habe sich schon bei den vorangegangenen Unruhen gezeigt, zumal sich diese nicht gegen Ausländer richteten. „Die Unternehmen haben gewisse Erfahrungen mit Revolutionssituationen und Unruhen in Ägypten“, so Treier weiter. Es gebe keine Hinweise, dass Mitarbeiter deutscher Firmen abgezogen würden. Die Situation werde jedoch weiterhin sehr aufmerksam beobachtet. Vielfach lägen Pläne für ein schnelles Handeln bereit. Der DIHK-Außenwirtschaftschef berichtete von vorübergehenden Betriebsschließungen und Produktionsausfällen angesichts logistischer Probleme. Auch würden potenzielle Investoren abgeschreckt. Mögliche Pläne dürften vorerst auf Eis liegen. Entsprechend befürchte der DIHK weitere Rückschläge für die ägyptische Wirtschaft und eine noch höhere Abhängigkeit des Landes von Geldgebern vor allem aus der Golf-Region. Das für die ägyptische Wirtschaft wichtige Tourismusgeschäft werde noch stärker in Mitleidenschaft gezogen. Auch sei – bei einer Inflationsrate von bereits heute zehn Prozent – mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen.

Von den 73 Milliarden Euro ausländischer Direktinvestitionen in Ägypten entfalle laut DIHK-Angaben etwa eine Milliarde Euro auf Deutschland. Auf den weltweiten Ölpreis hätten die Unruhen nur bedingt Auswirkungen. Der Anteil Ägyptens an Öllieferungen sei gering, der Suez-Kanal bisher nicht betroffen.

Angesichts der anhaltenden Unruhen droht Ägypten nach BME-Einschätzung auch seinen soliden Ruf als Beschaffungsmarkt zu verlieren. Insbesondere ausländische Textilunternehmen könnten verstärkt auf alternative Standorte in Nordafrika wie Tunesien und Marokko ausweichen.



 

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