Eine transparente Lieferkette zahlt sich aus

Neue Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) zeigt, dass Kunden bereit sind, ein Preispremium zu bezahlen, wenn Unternehmen ihre Lieferketten offenlegen.

Strenge Überwachung, damit es zu keinem Dominoeffekt kommt: Transparenz in der Lieferkette zahlt sich nicht nur sozial, sondern auch wirtschaftlich aus. Foto: Bernd Kasper / pixelio.de

Viele Unternehmen haben – sei es aus Wettbewerbsgründen oder aus fehlender Notwendigkeit heraus – bislang wenig bis keine Einblicke in ihre Lieferketten gegeben. Denn Lieferketten so transparent wie möglich zu machen, ist eine teure und vor allem zeitintensive Angelegenheit. Doch Unglücke wie die Selbstmorde bei Foxconn (2010) oder der Brand der Fabrik Rana Plaza (2013) haben bei vielen zu einem Umdenken geführt.

Vorteile am Markt

Mittlerweile gibt es insbesondere im Endkundengeschäft (B2C) einige Vorreiter wie Nike oder Levi’s, die sich in Sachen sozialer Verantwortung und Lieferkettentransparenz positiv hervortun möchten und andere animieren, mitzumachen. Doch stets bleiben einige Fragen: Haben die Unternehmen durch die Offenlegung Vorteile? Schätzen die Kunden die Bemühungen? Und vor allem: Sind die Kunden bereit, diese Bemühungen auch zu entlohnen, indem sie höhere Preise bezahlen?

Forscher des MIT haben sich nun in einer Studie mittels Experimenten diesen Fragen angenommen. Das Ergebnis: Ja, Kunden wertschätzen, wenn Unternehmen Informationen über ihre Lieferketten preisgeben. Sie wollen möglichst alles wissen über die Produkte, die sie kaufen. „Unsere Untersuchungen zeigen, dass Transparenz in der Lieferkette zwar massive Anstrengungen erfordert, sich das für die Unternehmen aber auszahlt – nicht nur für deren soziale Stellung, sondern auch für die Marktposition“, sagt Yanchong Zheng, Associate Professor of Operations Management am MIT.

Kenne deine Kunden

Die Studie untersucht ferner, wie sich die Kommunikation von CSR-Aktivitäten auf unterschiedliche Kundengruppen auswirkt. Kunden, denen von Natur aus das Wohlbefinden von Mitarbeitern wichtig ist, sind eher weniger daran interessiert, zu erfahren, welche Anstrengungen die Firmen unternehmen, um ihre Lieferkette transparent zu machen. Vielmehr wollen sie Ergebnisse dieser Arbeit sehen.

Kunden, die stärker von Eigeninteressen getrieben sind als von transparenten Lieferketten ihrer Lieferanten, zeigen sich bei hoher Lieferkettentransparenz schon mit den grundsätzlichen Anstrengungen der Lieferanten zufrieden. Sind die Lieferketten allerdings intransparent, führt das bei diesen Kunden sogar zu Sanktionierungen: Sie erwarten, dass die Lieferanten sich mehr für das Wohl der Mitarbeiter einsetzen. „Die Botschaft für Unternehmen, die ihre CSR-Aktivitäten kommunizieren möchten, ist klar: ‚Kenne deine Kunden‘“, sagt Studienautor Tim Kraft, Visiting Assistant Professor of Operations Management.

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